Orchideen und Schildläuse - das kannst du tun!

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Orchideen und Schildläuse - das kannst du tun!

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Februar 7, 2022
Orchideen können von Schildläusen befallen werden

Inhaltsverzeichnis

Schildläuse sind Pflanzenschädlinge, die Orchideen nachhaltig schädigen können. Sie ernähren sich mit ihrem Rüssel von den Pflanzensäften. Dank ihrer guten Tarnung und ihrer hohen Vermehrungsrate breiten sie sich schnell aus, wenn du nicht rechtzeitig etwas unternimmst.

Was sind Schildläuse und woher kommen sie?

Schildläuse oder Coccoidea sind eine Überfamilie von Insekten und gehören zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha). Die Schädlinge können zwischen 0,8 und sechs Millimeter groß werden. Sie ernähren sich in der Regel von hartblättrigen Orchideenarten wie Phalaenopsis, Cattleya oder Vanda. Weltweit gibt es mehr als 3000 Arten - 90 davon kommen hier in Mitteleuropa vor.

Charakteristisch für Schildläuse ist ihr linsenförmiger Körperbau: Kopf und Beine sind so klein, dass sie eigentlich nicht zu sehen sind. Weibliche Exemplare haben einen flachen Schild, der sie bedeckt. Wenn sich dieser abheben lässt, handelt es sich um eine Deckelschildlaus. Bleibt es fest am Körper haften, hat man es mit einer Napfschildlaus zu tun. 

Unter dem Schild der Schildlaus liegen die Eier. Nach dem Schlüpfen sind die Larven beweglich und können sich auf andere Pflanzen ausbreiten. Ausgewachsene weibliche Schildläuse sind aufgrund ihres Schildes bewegungsunfähig; können jedoch mehrere Monate alt werden. Männliche Schildläuse hingegen haben teils sogar Flügel, leben aber nur zum Zweck der Vermehrung und sterben nach ein paar Tagen.

Symptome erkennen

Schildläuse tarnen sich meist auf Blattunterseiten und in den Blattachseln von Orchideen. Dort ernähren sie sich durch ihren Saugrüssel mit Pflanzensaft und vermehrt sich rasant. Die Vermehrung kann geschlechtlich, zwitterartig oder auch eingeschlechtlich geschehen, wobei bei letzterem die Schildläuse aus unbefruchteten Eizellen entstehen. Wenn die Lebensbedingungen nicht stimmen, siedelt der Nachwuchs auf Blätter anderer Pflanzen über. Ausgewachsene Weibchen lassen sich bei regelmäßiger Überprüfung mit einer Lupe gut erkennen. Sie sehen wie kleine grüne oder rötlich-braune Pickel aus. 

Welchen Schaden 

Da Schildläuse gut getarnt sind, fällt ein Befall oftmals erst spät auf. Mit der Zeit entzieht die Schildlaus der Orchidee ihre Nährstoffe. Die Pflanze wird geschwächt und ist durch die Einstichstellen anfälliger gegenüber Virusinfektionen und anderen Krankheiten. Wenn die Pflanze eine Weile von Schildläusen befallen ist, verformen sich die Blätter und Blüten und beginnen zu verwelken. 

Hauptsächlich braucht die Schildlaus das im Pflanzensaft enthaltene Eiweiß, um zu überleben. Da die Konzentration des Zuckers viel höher ist, muss die Schildlaus diesen in Form von sogenanntem Honigtau wieder loswerden. Damit sie nicht selbst darin kleben bleibt, schleudert sie ihn weg. Teilweise können die harzartigen Tropfen bis auf Fensterscheiben und Fußböden gelangen; auch hierbei wird ein Befall deutlich. Der Honigtau verklebt außerdem die Orchidee und schränkt Stoffwechselprozesse ein.

Schildläuse mit organischen Mitteln bekämpfen

Wenn du Schildläuse auf einer deiner Orchideen hast, kannst du am schnellsten verhindern, dass sie sich auf andere Zimmerpflanzen verbreiten, indem du sie sofort isolierst. Anschließend kannst du sie behandeln.

Du kannst die Schildläuse mit einem Messer von den befallenen Pflanzenteilen abkratzen oder sie von Hand einsammeln. Diese Methode ist jedoch nicht immer effektiv, da die Jungtiere, die noch unter dem Schild ihrer Mutter sitzen, freigesetzt werden könnten und sich weiter über die Blätter ausbreiten. Daher ist diese Methode nicht unbedingt empfehlenswert. Da die Schildläuse sich am liebsten zwischen den Hüllblättern der Orchideen aufhalten, ist es ratsam diese zu entfernen. So können sie sich nicht so einfach unbemerkt verbreiten. 

  • Teebaumöl ist ein gutes biologisches Mittel, um Schildläuse zu bekämpfen. Am besten tupfst du es mit einem Wattestäbchen auf betroffene Teile der Pflanze. Durch das Teebaumöl können die Schildläuse nicht mehr anständig atmen und sterben ab. Teebaumöl solltest du nur in Maßen und nicht regelmäßig verwenden. Deine Orchidee könnte sonst empfindlich darauf reagieren. Beispielsweise mit einem Blattabwurf.
  • Eine Lösung aus einem Liter Wasser, zwei Esslöffel Olivenöl und etwas Spülmittel kann auf die Pflanze gesprüht werden. Schwierig erreichbare Stellen werden zusätzlich mit einem Pinsel behandelt. Dies sollte bei Befall alle zwei Wochen wiederholt werden.
  • Eine Lösung aus einem Liter warmen Wasser, 10 ml Brennspiritus und 15 g Schmierseife kann alternativ aufgesprüht werden. Einige Orchideenarten vertragen diese aggressivere Mischung jedoch nicht. Die Verträglichkeit kann an einer Stelle überprüft werden, bevor man die gesamte Pflanze behandelt.
  • Eine weitere Alternative ist eine Brühe aus Farnkraut. Dazu werden 100 g frisches oder 10 g getrocknetes Farnkraut 24 Stunden in Wasser eingelegt. Anschließend wird die Brühe aufgekocht und nach dem Abkühlen abgesiebt. Diese Lösung solltest du zweimal pro Woche auf die betroffenen Pflanzen sprühen. Bei besonders ausgeprägtem Befall reicht die Brühe allein jedoch nicht aus.
  • Isopropanol, also Reinigungsalkohol, ist eine Variante, die nicht von allen Orchideen, besonders nicht von den feinblättrigen Arten, vertragen wird. Der Alkohol dringt durch das Schild der Schildläuse und tötet sie zielsicher ab. Das Mittel kann alle 14 Tage mit einem Tuch aufgetragen werden.
  • Kieselgur ist ebenfalls sehr wirksam und schadet den Pflanzen nicht. Kieselgur ist ein Pulver aus versteinerten Kieselalgen. Das Pulver kannst du mit Nylonstrümpfen oder ähnlichem Stoff auf den Blättern verteilen. Dann musst du es 90 bis 120 Minuten einwirken lassen, bevor du es gründlich abspülst. Den Vorgang solltest du jede Woche wiederholen, bis deine Orchideen schädlingsfrei sind. Außerdem ist Kieselgur recht preiswert in Baumärkten, online oder bei Fachhändlern zu finden und ist sehr ergiebig. 

Schildläuse mit chemischen Mitteln bekämpfen

Sollten die biologischen Bekämpfungsmittel nicht ausreichend wirken, findest du im Handel auch chemische Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen wie der Schildlaus. Diese sind zwar nicht so umweltfreundlich wie Hausmittel, erzielen jedoch besonders bei starkem Befall besseren Ergebnisse. Beispielsweise ‘Promanal’ von Neudorff oder ‘Austriebs-Spritzmittel Weißöl’ von Celaflor erweisen sich als nützlich. Chemische Mittel sollte man nicht zu häufig anwenden, da sich eine Resistenz entwickeln kann.

Bewirkt auch das chemische Präparat keine Verbesserung, musst du deine Orchidee entsorgen. Sie stellt eine große Gefahr für andere Zimmerpflanzen dar.

Wie kannst du Schildläuse vorbeugen?

Schädlinge werden oft durch neu gekaufte Orchideen und andere Pflanzen ins Haus gebracht. Deshalb sollten alle Neuerwerbungen genau untersucht werden. Gibt es Anzeichen von Schädlingen oder Krankheiten, wirst du auch in deinem Haus Probleme mit Schädlingen bekommen! Eine gestresste oder geschwächte Pflanze ist anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Deshalb ist es für ihre Gesundheit wichtig, die schönen Blumen korrekt zu pflegen. Die richtige Pflege ist die beste Vorsorge, da sie die Pflanze widerstandsfähiger macht. Wenn die Luft zu trocken oder zu warm ist, begünstigt dies die Ausbreitung. 

Umso früher man einen Befall von Schildläusen bemerkt, umso einfacher ist es, sie wieder loszuwerden. Durch regelmäßige Kontrollen kannst du Befall und Vermehrung entgegenwirken.

Weitere Schädlinge und Erkrankungen

Wenn du einen Schildlausbefall vermeiden willst, dann achte darauf, die Schädlinge nicht einzuschleppen. Die richtige Pflege der beste Weg, um vorzubeugen. Haben sie sich erstmal ausgebreitet, hast du zum Glück verschiedene Möglichkeiten, sie loszuwerden. 

In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Orchidee mit Ablegern vermehrst. Sollte deine Orchidee schwächeln, zeigen wir dir hier, wie du sie rettest. Du hast kleine Kinder oder Haustiere? Dieser Artikel behandelt giftige Orchideenarten.

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