Schmetterlingsorchidee - Pflege, Eigenschaften, Überwinterung und Schädlinge

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Schmetterlingsorchidee - Pflege, Eigenschaften, Überwinterung und Schädlinge

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April 26, 2022
Schmetterlingsorchidee

Inhaltsverzeichnis

Mit ihrer unendlichen Vielfalt an Farben und ihrer langen Blütezeit sind Phalaenopsis der Inbegriff von Orchideen. Schmetterlingsorchideen gehören zu den meistverkauften Pflanzen weltweit und sind auch bei uns eine beliebte Zimmerpflanze. Wenn man erstmal weiß, worauf es ankommt, sind sie auch äußerst pflegeleicht.

Herkunft der Phalaenopsis

Die Phalaenopsis-Orchidee, auch bekannt als Nachtfalter- oder Schmetterlingsorchidee (griechisch "phálaina" für 'Nachtfalter'), gehört zur Familie der Orchidaceae. Allein in dieser Gattung gibt es fast 100 Arten. In ihrem natürlichen Lebensraum gedeihen sie als Epiphyten, also Pflanzen, die auf Bäumen wachsen. Sie wachsen in den tropischen Wäldern Indiens und Indonesiens, aber sie sind auch auf Neuguinea, Taiwan oder auf den Philippinen finden. Schmetterlingsorchideen bevorzugen das ganze Jahr über ein gleichmäßig warmes Klima mit geringen jahreszeitlichen Schwankungen.  

Die bei uns erhältlichen Orchideen, die als Zimmerpflanze gehalten werden, sind ausnahmslos Hybriden. Sie stammen von verschiedenen Arten von Schmetterlingsorchideen ab und wurden durch jahrelange Züchtung zu den mit Abstand pflegeleichtesten Zimmerorchideen gemacht. Die Schmetterlingsorchideen können problemlos auf der Fensterbank gehalten werden und gelten als perfekt für die Kultur in Innenräumen.

Wuchsverhalten der Schmetterlingsorchidee

Orchideen aus der Gattung Phalaenopsis haben einen monopodialen Wuchs. Sie wachsen mit ihren Blütenstielen nach oben und bilden in der Regel keine Seitentriebe. Sie haben fleischige Wurzeln, die nur spärlich verzweigt sind und an den belichteten Stellen Chlorophyl für die Fotosynthese enthalten. Ihre Höhe variiert je nach Art; Mini-Orchideenpflanzen können kaum 10 cm hoch werden. 

Blätter

Die Blätter der Orchidee sind je nach Art unterschiedlich groß und farbig. Von zehn bis 40 Zentimeter bis über einen Meter lang, hell- bis dunkelgrün oder auch marmoriert - alles ist dabei. Die meisten Arten treiben etwa zwei bis sechs Blätter aus. 

Blüten

Die Blüten können viele verschiedene Farben haben und variieren in ihrer Beschaffenheit und Größe. Von Weiß und Gelb bis hin zu Rosa, Lila und Pink - es gibt auch speziell gefärbte Varianten, die dann beispielsweise blaue Blüten tragen. Die zarten bis wachsartigen Blüten wachsen an den Seiten einer Sprossachse, die unter oder zwischen den Blättern entspringt. An einer Blütenrispe wachsen immer mehrere Knospen, die sich aber nicht unbedingt zur gleichen Zeit öffnen. Sie können je nach Art 1 bis 15 Zentimeter groß sein. Diese Blüten wachsen zygomorph - sie bestehen aus zwei gleich aussehenden Hälften, fast wie gespiegelt. Einige Orchideenarten haben auch gemusterte Blüten und es gibt Zuchtformen, die einen besonderen Duft ausstrahlen.

Standort und Temperatur 

Die Phalaenopsis gedeiht am besten bei Zimmertemperatur und hoher Luftfeuchtigkeit. Ein heller bis halbschattiger Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung ist ideal; beispielsweise ein Standort an einem Ost- oder Westfenster. Außerdem solltest du Zugluft und trockene Heizungsluft vermeiden, die die Blüten von der Pflanze vertrocknen oder abbrennen können. Die optimalen Tagestemperaturen liegen zwischen 18° und 20° Celsius, während die Nachttemperatur mindestens 16° Celsius betragen sollte, damit die Pflanze gut gedeiht.

Das richtige Substrat

Das Substrat für Orchideen ist eine ganz bestimmte Zusammensetzung aus Rinde und Torf. Es ist locker, krümelig und gut durchlässig, was die Pflege erleichtert. Der Bestandteil aus Torf kann aber auch durch Kokosfasern ersetzt werden, um die Natur zu schützen. Du kannst auch Kork hinzufügen, denn die Phalaenopsis braucht eine bessere Belüftung als die meisten anderen Pflanzen, um später richtig zu gedeihen. Perlit oder Vermiculit liefern Spurenelemente, die im Laufe der Zeit langsam freigesetzt werden. Ebenfalls ist Aktivkohle eine sinnvolle Beigabe, da sie schädliche Stoffwechselprodukte absorbiert. 

Tipp:
Wenn deine Orchidee sich an ihr Substrat gewöhnt hat, bleibe bei eben diesem Erdgemisch. Phalaenopsis können sich nur schwer an neue Bodenarten anpassen.

So bewässerst du deine Phalaenopsis 

Da Orchideen eine hohe Luftfeuchtigkeit mögen, solltest du sie regelmäßig mit gefiltertem oder Regenwasser aus einer Sprühflasche besprühen. Hierbei musst du aber darauf achten, dass sich keine Wassertropfen in den Blattachseln sammeln, da diese empfindlich reagieren und faulen könnten. Wie die meisten Pflanzen vertragen Schmetterlingsorchideen keine Staunässe. Es gibt besondere Orchideen-Übertöpfe im Handel, die im unteren Bereich eine Lücke für überschüssiges Wasser bieten. Somit können das Substrat und die Wurzeln nicht dauerhaft mit Wasser in Berührung kommen. 

Für die artgerechte Wässerung gibt es zwei unterschiedliche Optionen:

Gießen

Du kannst eine Gießkanne verwenden, um zimmerwarmes Wasser zu geben. Am besten eignet sich Regenwasser oder gefiltertes Wasser. Wenn sich überschüssiges Wasser ansammelt, entferne es so schnell wie möglich.

Tauchen

Die Pflanzen werden in ihren Untertöpfen für etwa eine halbe Stunde in eine Schüssel mit zimmertemperiertem Regenwasser oder möglichst kalkarmes, gefiltertes Leitungswasser gestellt. Dann gießt du das Wasser ab und lässt die Töpfe eine Weile in der leeren Schüssel abtropfen, bevor du sie wieder zurück in ihre Pflanzkübel stellst. Diese Methode ist besonders beliebt, da das Substrat sich selbst vollsaugen kann und alles unnötiges Wasser wieder abgibt. So kann keine Staunässe entstehen.

Fachgerecht Düngen 

Die Phalaenopsis kommt in der Natur mit sehr wenig Nährstoffen aus. Deshalb braucht sie auch bei der Kultur in Innenräumen nicht viel Dünger. Wenn überhaupt, verwende daher speziellen Orchideendünger und befolge die Anweisungen zur richtigen Dosierung. Die Schmetterlingsorchidee reagiert empfindlich auf konzentrierte Düngemittel, deshalb solltest du das Wasser in der Blütezeit alle zwei Wochen anreichern. Es gibt auch spezielle Orchideendüngestäbchen mit Langzeitwirkung, bei diesen sollte man aber mit Vorsicht vorgehen.

Tipp:
Wenn du die Tauchmethode zur Bewässerung nutzt, kannst du dies auch beim Düngen tun. Mit dem Rest des Wassers kannst du außerdem deine restlichen Pflanzen gießen, um kein Düngemittel zu verschwenden.

So topfst du deine Orchidee um

Frühling und Herbst sind die beste Zeit, um deine Orchideen umzutopfen; etwa alle zwei Jahre sollte dies passieren. Das Umtopfen sollte in einem Topf mit frischem Substrat erfolgen. Zudem gibt es für diesen Zweck spezielle Erde, die auf die Bedürfnisse der Pflanzen zugeschnitten ist. Orchideenerde hat zusätzlich eine gute Drainage, um das Risiko von Staunässe zu verringern. 

  • Zuerst solltest du deine Schmetterlingsorchidee ordentlich gießen oder tauchen, damit die Wurzeln sich vorher nochmal mit Wasser vollsaugen können.
  • Dann kannst du die Phalaenopsis vorsichtig aus ihrem Topf herausholen und das Substrat aus den Wurzeln entfernen.
  • Überprüfe die Wurzeln auf ihre Gesundheit und schneide eventuell faule oder vertrocknete Stellen mit einem sterilen, scharfen Messer oder Schere ab.
  • Desinfiziere die Schnittstellen mit Zimt oder Holzkohlepulver.
  • Solange die Wurzeln der Schmetterlingsorchidee den Platz im aktuellen Topf noch nicht komplett ausnutzen, kannst du beim Umtopfen den gleichen Topf wieder nutzen. Ansonsten kannst du einen etwas größeren Orchideentopf nutzen; er sollte aber nicht zu groß sein, da dies Staunässe begünstigt. 
  • Anschließend setzt du deine Orchidee samt Luftwurzeln wieder in den gewählten Topf und lässt das frische Substrat einrieseln. Schüttele den Topf dabei immer wieder leicht, damit es sich gut verteilt und keine allzu großen Lücken entstehen.
  • Nach dem Umtopfen sollte die Phalaenopsis ein paar Wochen nicht gegossen oder getaucht werden. Du solltest sie nur mit einer Sprühflasche befeuchten, bis sie sich akklimatisiert hat. Außerdem solltest du sie an den gleichen oder einen möglichst ähnlichen Standort zurückbringen.

Schmittmaßnahmen

Orchideen lassen sich sehr einfach instand halten und brauchen keinen regelmäßigen Rückschnitt. Wenn der Blütenstängel vertrocknet, kann und soll dieser möglichst nah am Ansatz der Vertrocknung abgeschnitten werden. Blätter dürfen jedoch keinesfalls geschnitten werden. Selbst wenn diese vergilben, sollte man warten, bis sie von selbst abfallen oder sich einfach auszupfen lassen. Verwelkte Blüten der Schmetterlingsorchidee sollten ebenfalls nicht abgeschnitten, sondern abgezupft werden. Wenn eine Pflanze zu verkümmern droht, kann ein leichter Rückschnitt der Wurzeln unter Umständen das Wachstum wieder anregen. Das Schnittwerkzeug sollte bei jedem Pflanzenteil steril sein, zur Desinfektion eignen sich beispielsweise kochendes Wasser oder Alkohol.

Pflege im Winter

Die Schmetterlingsorchidee braucht keine Winterpause, um in der nächsten Blühphase neu aufzublühen. Die Temperatur sollte nicht unter 16 Grad fallen, sonst gibt es kaum etwas zu beachten. 

Du kannst deine Orchidee aber auch in eine Art Winterschlaf versetzen, dies kann die Blühfreudigkeit im nächsten Jahr erhöhen. Dazu sollte man sie bei 5° bis 10° Celsius überwintern und nur sehr spärlich gießen, da sie sich in dieser Zeit kaum weiterentwickeln wird. Alternativ kann man sie einfach ab und zu mit gefiltertem Wasser besprühen, damit sie nicht austrocknet.

Phalaenopsis vermehren

Man kann Schmetterlingsorchidee auf zwei Weisen vermehren: durch Neuzüchtung aus Samen oder mit Ablegern. Ersteres ist aber vor allem für Hobbygärtner nicht zu empfehlen, da dies ein sehr komplizierter und langwieriger Prozess ist. 

Orchideen dieser Gattung bilden neue Pflanzen aus den Trieben an ihren Pseudobulben oder direkt vom Blütenstiel. Wenn deine Pflanze solche ausbildet, ist es einfach, sie zu vermehren. Du kannst sie einfach abschneiden und zum Wachsen in ein neues Substrat setzen.

Krankheiten und Schädlinge

Bei guter Pflege und hoher Luftfeuchtigkeit wirst du feststellen, dass Phalaenospis sehr widerstandsfähig und robust sind. Du solltest daher keine Probleme mit Krankheiten oder Schädlingen haben. Dennoch sollte sie regelmäßig kontrolliert werden, da beispielsweise Spinnmilben, Thripse und verschiedene Läuse-Arten sich auch auf einer Schmetterlingsorchidee wohlfühlen. Botrytis (Grauschimmelfäule) kann die Pflanze bei unzureichender Pflege befallen; diese erkennst du an einem gräulich-weißen Belag. 

Mehr zum Thema Orchideen

Schmetterlingsorchideen sind sehr anfängerfreundlich. Sie verzeihen auch mal Pflegefehler, trotzdem solltest du sie nicht komplett außer Acht lassen.  Wenn du wissen möchtest, welche Möglichkeiten es zum Düngen gibt, oder ob Orchideen giftig für deine Haustiere und Kinder sind, kannst du das in diesen Artikeln nachlesen.

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