Hibiskus vermehren - so funktioniert es 

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Hibiskus vermehren - so funktioniert es 

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Februar 7, 2022
hibiskus vermehren

Inhaltsverzeichnis

Der Hibiskus ist eine der schönsten Pflanzen unserer Erde, die uns mit ihren betörenden Blüten bezaubert. Man kann von den schönen Exoten kaum genug kriegen. So liegt es auf der Hand, dass wir unseren Eibisch vermehren möchten. 

Damit auch Hobbygärtner die Vermehrung problemlos gestemmt bekommen, erklären wir in diesem Artikel die gängigsten Vermehrungsformen und ihre korrekte Durchführung.

Die Vermehrungsmethoden

Es kommen mehrere Methoden für die Vermehrung der grazilen Schönheit in Betracht. Die hierzulande angebotenen Hibisken, wie Garten- oder Strauch-Eibische (Hibiscus syriacus) sind Kulturformen, die lediglich vegetativ vermehrt werden sollten, damit artentypische Merkmale, wie Farbe und Form der Blüten, bestehen bleiben. Folgende Methoden kommen für die Vermehrung eines Hibiskus infrage:

  • Vermehrung durch Aussaat
  • Vermehrung mit Stecklingen
  • Vermehrung durch Veredlung
  • Vermehrung mit Wurzelschnittlingen

Natürlich ist die Art der Vermehrung von der Gattung des Hibiskus abhängig. 

Der Roseneibisch (Hibiscus rosa-sinensis) wird bei uns oft als Zimmerpflanze gehalten, die in den Sommermonaten in den Garten oder auf den Balkon gestellt wird. Er lässt sich vornehmlich mit Teil- oder Kopfstecklingen vervielfältigen. Stauden-Hibisken hingegen werden im Beet gehalten und über Stecklinge oder Samen vermehrt. Bei ihnen ist die Vermehrung durch Stecklinge deutlich günstiger, als der Kauf neuer Pflanzen.

Vermehrung durch Aussaat

Wenn du unterschiedlich aussehende Hibisken in deinem Garten anbauen willst, ist die Vermehrung durch Samen die beste Methode. Hybriden bedeuten, dass sich ihr Aussehen in der Regel deutlich von dem der Mutterpflanze unterscheidet, was man auch bei den Ablegern sehen kann. Wir haben für dich die wichtigsten Schritte und Informationen bei der Vermehrung durch Samen zusammengefasst:

  • Die Länge des Sommers und die Hitze sind die entscheidenden Faktoren, wenn es darum geht, ob du Samen von deinem Hibiskus entnehmen kannst. War die Saison lang und heiß, wird jeder Kopf höchstwahrscheinlich Samenschoten in Hülle und Fülle produzieren.
  • Ernte die Fruchtkapseln deines Hibiskus im Herbst, wenn sie braun werden. Nachdem du die Samen entnommen hast, solltest du sie kühl und trocken lagern, um sie im nächsten Jahr zu verwenden.
  • Am besten pflanzt du deine Eibisch-Samen im Frühjahr, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Bevor vor du sie an ihren Platz setzt, stelle sicher, dass jeder Samen seinen eigenen Topf mit hinreichend Anzuchterde hat.
  • Um zu verhindern, dass der Trieb plötzlich wieder aus dem Boden springt, sind Kletterhilfen oder einfache Holzstöcke wirksam. Sobald sich an ihm Wurzeln bilden und du ihn in sein neues Zuhause setzt, brauchen diese besonderen Pflanzen ein wenig zusätzliche Hilfe!

Vermehrung mit Stecklingen

Südeuropa ist bekannt für seine prächtigen Hibiskushecken. Um deinen eigenen Sichtschutz mit der farbenfrohen Schönheit zu kultivieren, brauchst du circa zwei Pflanzen je Meter Hecke. Die Vermehrung mit Stecklingen ist die günstigere Option, im Vergleich zum Kauf von Jungpflanzen im Fachgeschäft. Wir erklären dir, wie du die Stecklinge fachgerecht kultivierst und aufziehst.

Die Entnahme der Stecklinge erfolgt im Sommer. In dieser Zeit wurzeln die Stecklinge am besten. Schneide dazu Triebe von deinem Hibiskus ab und beachte die folgenden Schritte:

  • Die Stecklinge sollten eine Länge von circa 12 Zentimetern haben
  • Nur gesunde, lange und diesjährige Triebe für Stecklinge abschneiden
  • Schnitt in einem 45 Grad Winkel
  • Blätter am unteren Teil des Stecklings entfernen
  • Tauchen der Stecklinge in ein Bad mit Bewurzelungshormonen oder Bedeckung des Ansatzes mit Bewurzelungspulver

Nach Befolgung genannter Schritte liegt es in deinem Ermessen, ob du die Stecklinge deines Hibiskus in Wasser oder Komposterde bewurzeln lässt.

Bewurzelung in Wasser:

Bei der Bewurzelung in Wasser lässt sich die stückweise Entwicklung der Wurzeln des kleinen Hibiskus gut beobachten. Dafür befüllst du ein Glas mit circa 5 Zentimetern Wasser und setzt den Setzling hinein. Das Glas stellst du an einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Anschließend bedeckst du das Glas mit Plastikfolie und bestäubst den Hibiskus-Steckling einmal am Tag mit Wasser. Es ist wichtig, dass du jeden Steckling in ein separates Glas stellst, damit eventuell bestehende Bakterienkulturen nicht von Pflanze zu Pflanze überspringen können.

Wechsle das Wasser (optimalerweise Regenwasser) alle drei Tage bis du den Steckling einpflanzt. Besitzen die Wurzeln eine Länge von 3 bis 5 Zentimetern, kannst du die Stecklinge in feuchten Kompost setzen. Der Entzug von direktem Sonnenlicht veranlasst den kleinen Hibiskus weitere Wurzeln auszubilden.

Bewurzelung in Komposterde

Die Bewurzelung in Komposterde steht der zuvor genannten Methode nichts nach. Befülle einen kleinen Topf mit der Erde und stecke den Steckling 4 bis 5 Zentimeter tief hinein. Bedecke den Topf mit Plastikfolie oder einer Plexiglaskuppel. So kann sich ein warmes Mikroklima mit hoher Luftfeuchtigkeit entwickeln, welches die Bewurzelung des winzigen Hibiskus-Pflänzchen fördert. Bei der Verwendung von Plastikfolie ist es wichtig, dass diese den Steckling nicht berührt.

Bewahre den Setzling vor direkter Sonneneinstrahlung und befeuchte ihn täglich. Es dauert circa ein bis zwei Monate bis der Hibiskus Wurzeln ausbildet.

Vermehrung durch Veredlung

Die Veredlung ist eine weitere Methode, mit der du deinen Garten-Eibisch (Hibiscus syriacus) vorzüglich vermehren kannst. Du benötigst circa sieben Zentimeter starke Sämlinge, die in einem Topf die Unterlage bilden. Der beste Zeitraum für die Veredlung eines Hibiskus ist von Anfang Januar bis Mitte Februar. Sie erfolgt durch Kopulation, Gieß- oder Spaltfußpropfen. Die Veredlung sollte nah am Wurzelhals stattfinden, um der Entstehung von wilden Trieben vorzubeugen. Die Versiegelung erfolgt mit Baumwachs und die Fixierung mit Bast. Da Triebe Frost-aversiv sind, hältst du sie am besten im Gewächshaus, um sie vor der Kälte zu schützen.

Das Frühjahr ist die richtige Zeit um die veredelten Triebe in den Garten zu pflanzen. Beachte zur Herbstzeit, dass die noch jungen Garten-Eibische frostempfindlich sind. Es empfiehlt sich, die Basis der Eibische mit Tannenreisig oder Blättern zu bedecken.

Hibiskus mittels Wurzelschnittlingen vermehren

Arten des Hibiscus syiracus, die sich über Wurzelschnittlinge vermehren lassen, bezeichnet man als wurzelecht. Bei dieser Vermehrungsform schneidet man zur Herbstzeit fingerdicke Stücke von den Wurzeln ab und schlägt sie in angefeuchteten Torf ein. Die Verarbeitung der Wurzelschnittlinge erfolgt im Januar. Bis dahin sollten sie frostfrei gelagert werden.

Nun schneidet man Stücke von circa zehn Zentimetern Länge aus den Wurzeln heraus und legt sie in die Anzuchterde einer Anzuchtkiste. Letztere sollte kühl und dunkel gelagert sein. Die Erde muss nicht gegossen, aber bei konstanter Feuchte gehalten werden. 

Treiben die Wurzelschnitlinge aus, kannst du sie an einen hellen Standort stellen. Bei starkem Wachstum kann der kleine Hibiskus bereits im Frühsommer in den Garten gepflanzt werden. Ist dies nicht der Fall, sollte der Hibiskus für ein weiteres Jahr in einem Topf gehalten werden.

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