Champignons sammeln – wann und wo das möglich wird!

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Champignons sammeln – wann und wo das möglich wird!

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August 12, 2022
Champignons sammeln

Inhaltsverzeichnis

Sobald die Pilzsaison im Spätsommer bis Herbst beginnt, juckt es Pilzsammler und -Sammlerinnen in den Fingern! Neben Maronen-Röhrling, Birkenpilz, Pfifferling und Steinpilz lassen sich auch Champignons in unserer Region entdecken und sammeln. Bei den gesunden und leckeren Speisepilzen ist in freier Wildbahn jedoch Vorsicht geboten, denn sie haben gefährliche und giftige Gegenspieler. Wir erklären dir in diesem Beitrag, wie du die leckeren Champignons am Boden sammelst und von ihren giftigen Verwandten unterscheidest!

Diese wilden Champignonarten sind für dich essbar!

Wenn du im Supermarkt auf die Suche nach Champignons gehst, dann findest du in der Regel nur zwei verschiedene Sorten: den weißen und den braunen Champignon. Tatsächlich handelt es sich hierbei nicht um unterschiedliche Arten, sondern lediglich um eine verschiedene Färbung des gleichen Speisepilzes. Gehst du hingegen in der Natur auf die Jagd nach den leckeren Speisepilzen, werden dir vielleicht neue Sorten des bekannten und beliebten Champignons begegnen!

Wald-Champignon

Der Wald-Champignon ist dir vielleicht auch unter dem Namen Blut-Egerling (Agaricus silvaticus) bekannt. Der Speisepilz wächst zwischen den Monaten Juli und Oktober überwiegend in Nadelwäldern und kann gelegentlich auch in Laubwäldern zu finden sein. Das Aussehen des Wald-Champignons ist variabel, er präsentiert sich jedoch meistens mit hellbraunen, brauen oder dunkelbraunen Faserschuppen. Du erkennst diese Pilz-Art außerdem an ihrem karbolartigen Geruch und der Tatsache, dass Schnittstellen an der Stielknolle sich gelb verfärben. 

Schaf-Champignon

Eine weitere Sorte der Champignons, die sich in der Natur finden lässt und genießbar ist, ist der Schaf-Champignon. Dieser Pilz wird auch weißer Anis-Egerling (Agaricus arvensis) genannt und lässt sich vom Frühjahr bis zum Herbst hinein in Wäldern sowie auf Wiesen und Weisen, Parkanlagen und Grasflächen finden. Du erkennst den Schaf-Champignon deutlich an dem Geruch des Fleisches: Wie der Name schon verrät, duftet der Pilz stark nach Anis!

Wiesen-Champignon

Der Wiesen-Champignon wird auch Feld-Egerling (Agaricus campestris) genannt und gilt mitunter als der bekannteste und beliebteste Speisepilz, der in der freien Natur gesammelt werden kann. Zwischen Juni und Oktober kannst du den Wiesen-Champignon auf Weiden, Äckern und Wiesen finden. Leider ist der Bestand des Wiesen-Champignons in den letzten Jahren durch Nutztiere wie Schafe und Kühe weit zurückgegangen.

In diesem Zeitraum lassen sich die Champignons sammeln

Wer an das Sammeln von Pilzen denkt, der denkt in der Regel an den bunten Herbst, in welchem wir durch den Wald laufen und gelegentlich einen Pilz in unser Körbchen wandern lassen. Wie du im vorigen Abschnitt vielleicht schon gelesen hast, beginnt die Erntezeit der Champignons in der Natur bereits im Sommer oder sogar im Frühling, wie im Falle des Schaf-Champignons. 

Die Hochsaison für Pilzsammler und -sammlerinnen befindet sich aber ganz klar im Spätsommer und Herbst. Außerdem ausschlaggebend für deinen Ernteerfolg ist nicht nur der jeweilige Monat, sondern auch das Wetter. Somit solltest du dich insbesondere dann auf die Suche begeben, wenn es in den vorigen Tagen viel Niederschlag gab. Nach einem ausgiebigen Gewitter oder mehreren verregneten Tagen wachsen die Fruchtkörper der Pilze im Wald und auf der Wiese in großer Zahl und lassen sich schnell von dir entdecken!

Vorsicht Verwechslung: die Unterschiede zu Giftpilzen

Das Sammeln von Champignons in der freien Natur ist keine leichtfertige Angelegenheit! Leider besteht die Gefahr, die essbaren Champignons schnell mit giftigen Pilzen zu verwechseln. Neben leichten Pilzvergiftungen, die sich in Bauchbeschwerden, Erbrechen oder Durchfall äußern, lassen sich auch Pilze in unserer Natur finden, deren Verzehr tödlich enden kann. 

Der Karbol-Egerling (Agaricus xanthodermus) wird auch Giftchampignon genannt und gehört zu den schwach-giftigen Pilzsorten, die dem Speisepilz Champignon zum Verwechseln ähnlichsehen. Du findest diesen Pilz an allen Orten, an denen sich der Wald-, Schaf- und Wiesenchampignon ebenfalls wohlfühlt. Folgende Merkmale jedoch helfen dir dabei, den Giftchampignon von dem essbaren Champignon zu unterscheiden: 

  • Der Karbol-Egerling riecht unangenehm nach Karbol (dieser Geruch wird häufig als Krankenhausgeruch bezeichnet und kann auch erst bei der Zubereitung auftreten).
  • Das Fleisch an der Basis des Stiels verfärbt sich an Druck- oder Schnittstellen chromgelb.

Ein weiterer bekannter und besonders giftiger Gegenspieler des Champignons ist der Knollenblätterpilz. Dieser Giftpilz sieht vor allem dem Wiesenchampignon ähnlich, hat jedoch das Potenzial, Mensch und Tier stark zu vergiften. Im Ernstfall kann der Verzehr des Knollenblätterpilzes sogar zum Tod führen. Du erkennst den Knollenblätterpilz vor allem an der typischen Knolle, die sich meistens mehrere Zentimeter unterhalb der Erde befindet, sowie an den weißen oder hellen Lamellen, die eine andere Optik aufweisen als die bräunlichen Lamellen des Champignons. 

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist (bei selbst gesammelten Pilzen) besser!

Bevor du deine selbst gesammelten Pilze verarbeitest, konservierst oder verzehrst, solltest du dir zu einhundert Prozent sicher sein, dass du essbare und ungiftige Exemplare gesammelt hast. Mache dir bewusst, dass nur ein einzelner Knollenblätterpilz in deiner Sammlung fatale Folgen für deine Gesundheit und die Gesundheit deiner Mitmenschen mit sich bringen könnte und die Verwechslungsgefahr im Bereich der Champignons eine Hohe ist. 

In so gut wie jeder Stadt gibt es deswegen sogenannte Pilzberater oder Pilzsachverständige (oftmals von der DGFM, der deutschen Gesellschaft für Mykologie). Hierbei handelt es sich um Personen, die eine spezielle Ausbildung durchlaufen haben und dir ganz sicher sagen können, ob deine gesammelten Pilze genießbar sind oder nicht. Darüber hinaus gibt es inzwischen spezielle Apps, die dir nach dem Hochladen von Fotos deiner Pilze sagen können, um welche Pilzart es sich handelt. Selbstverständlich kannst du auch einen Blick in bewährte Pilz-Bücher werfen. Diese zeigen dir oftmals auch die giftigen Gegenspieler der leckeren Speisepilze auf.  

Profitiere jetzt selbst von frischen Champignonpilzen!

Das Pilzesammeln im Wald oder auf Wiesen kann einen großen Spaß bereiten. Schlussendlich handelt es sich um eine kleine Schatzsuche! Wenn du dir sicher bist, dass du genießbare Pilze gesammelt hast, dann geht es an die Verarbeitung. Wer seine Schätze nicht direkt verzehren möchte, kann diese konservieren. In unserem Beitrag zu Lagerung von Champignons erfährst du noch mehr zu diesem Thema! 

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