Rucola ernten – so gelingt es am besten! 

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Rucola ernten – so gelingt es am besten! 

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September 20, 2022
Rucola ernten

Inhaltsverzeichnis

Frisch, knackig, aromatisch und ziemlich vielseitig: So kennen wir den Rucola. Und deswegen lieben wir ihn. Außerdem verlangt er dem Hobbygärtner nicht viel ab. Die Aussaat ist unkompliziert, ebenso die Pflege. Und endlich ist der Moment so weit und du kannst deinen Rucola ernten. Nicht nur die charakteristischen Blätter der Rauke lassen sich bestens verwenden. Auch die Blüten und Samen kannst du ernten und zum Würzen verschiedenster Speisen nutzen und hast somit eine tolle Allround-Pflanze. Doch wie genau gehst du vor? Das erfährst du in diesem Beitrag.

Zu dieser Zeit lässt sich Rucola ernten 

Theoretisch kannst du das ganze Jahr über frischen Rucola ernten. Denn ähnlich wie Kresse oder Bohnensprösslinge, wächst auch der Rucola im Topf auf der Fensterbank. Wobei es durchaus die sonnigste Fensterbank in den eignen vier Wänden sein darf. 

Die Fensterbank kannst du aber auch ideal dafür nutzen, um den Rucola vorzuziehen, bevor du ihn später ins Freiland übersiedelst. Die Samen der Rauke gehen bei Temperaturen ab 10 °C, besser noch 15 °C, binnen weniger Tage auf und du kannst dem jungen Rucola quasi beim Wachsen zuschauen. Alternativ zur Fensterbank ist natürlich auch das Frühbeet mit dicker Glasscheibe bestens geeignet, um deinen Rucola etwas früher an den Start zu schicken. Mit etwas Wetterglück erntest du also schon im März frischen Rucola. Die Hauptsaison für die Salatrauke im Freiland sind jedoch die Monate von Mai bis September, manchmal auch noch Oktober. 

Tipp:
Säe nicht allen Rucola zur selben Zeit aus. Wenn du einige Wochen zwischen den Aussaaten lässt, kannst du quasi nonstop ernten.

Von der Jahreszeit einmal abgesehen, ist auch die Tageszeit entscheidend, wenn du Rucola ernten möchtest. Denn als Mitglied der Familie der Kreuzblütler zieht Rucola, oder auch Senf- oder Salatrauke genannt, gerne reichlich Stickstoff aus dem fruchtbaren Boden, womit die Rauke aber auch Nitrat anreichert. 

Das ist jetzt nicht weiter tragisch, solange du kein Säugling oder Kleinkind bist und nicht gerade eimerweise Rucola isst. Du kannst den Nitratgehalt beim Ernten jedoch mit bestimmen, indem du die Salatrauke am Nachmittag eines sonnigen Tages erntest. Das Sonnenlicht veranlasst die Pflanze dazu, Nitrat wieder abzugeben.

Tipp:
Das meiste Nitrat konzentriert sich im Stängel vom Rucola. Schneidest du diese also großzügig ab, minimierst du den Nitratanteil noch mehr.

So gehst du bei der Ernte von Rucola vor 

Wenn wir gedanklich das Gartenjahr einmal durchspielen und dabei an die verhältnismäßig mühsame Ernte von Sauerkirschen, Johannisbeeren und Bohnen denken, dann zaubert uns der Rucola doch gleich ein Lächeln ins Gesicht. Denn die Ernte von der Rauke ist denkbar einfach:

  1. Die Sonne scheint, also ab in den Garten.
  2. Halte einen Korb oder eine Stiege sowie eine scharfe Schere, bzw. ein Messer bereit.
  3. Die Blätter des Rucola sollten etwa zehn Zentimeter lang sein.
  4. Schneide die gewünschte Menge nun etwa drei Zentimeter über dem Boden ab.
  5. Den frisch geernteten Rucola in die Stiege/den Korb legen und weiter ernten.

Du musst nicht unbedingt ein Schneidwerkzeug verwenden, du kannst die einzelnen Rucolablätter auch mit den Fingern abknipsen. Wichtig ist jedoch, dass die Wurzeln und auch das Herz der Pflanze intakt bleiben. Dann beschenkt dich dein Rucola mit einer zweiten und einer dritten Ernte. Im goldenen Oktober könntest du sogar noch ein viertes Mal Rucola ernten. 

Tipp:
Lass einige deiner Raukepflanzen ruhig in die Blüte schießen. Die Blüten schmecken nussig und mild und sind ein echter Hingucker in Salaten oder auf Omelette. Denk auch an einige Pflanzen zur Samenausbildung für die Aussaat im Folgejahr.

Die optimale Lagerung der Rucola-Ernte 

Easy Anbau, leichte Ernte, viele Nährstoffe und ein klasse Geschmack: Man könnte ja fast glauben, Rucola ist die beste Pflanze im heimischen Garten. Doch auch die Medaille der Rauke hat zwei Seiten. Lange haltbar sind die feinen Blätter der Salatrauke nämlich nicht. Solltest du tatsächlich zu viel Rucola geerntet haben, kannst du den Rest in ein feuchtes Tuch einschlagen und einige wenige Tage im Gemüsefach des Kühlschranks lagern. 

Alternativ dazu, lässt sich Rucola bestens als Pesto lagern. Zumal du bei der Pesto-Herstellung gleich einen ordentlichen Schwung an Rucolablätter verwenden kannst. Ist Pesto problematisch? Absolut nicht:

  • Rucola und Pinienkerne (gerne auch Walnüsse) kleinhacken.
  • Salz und Pfeffer hinzugeben.
  • Mit reichlich Olivenöl mischen.
Tipp:
Pesto hält sich im Kühlschrank locker eine Woche, kann aber ebenso gut eingefroren werden.

Vorsicht Doppelgänger: die Wilde Rauke 

Was wir gemeinhin unter Rucola verstehen, ist in der Regel die Senfrauke/Ölrauke (lat. Eruca sativa). Dann gibt es da aber noch den Schmalblättrigen Doppelsame (lat. Diplotaxis tenuifolia), der aber ebenfalls unter der Bezeichnung Rucola im Handel erhältlich ist. Das ist nicht weiter schlimm, denn auch Diplotaxis bildet die schmackhaften Senföle aus und hat ebenfalls die hübsch anzusehenden gezackten Blätter. Die Wilde Rauke, früher auch Stinkrauke genannt, ist etwas kräftiger im Geschmack und dankenswerterweise mehrjährig. 

Aber Obacht: Wilde Rauke sieht dem Kreuzkraut ähnlicher als die Salatrauke. Also unbedingt die Bodenpflege bei der Wilden Rauke beachten und die Erde möglichst unkrautfrei lassen.

Jetzt mehr über Rucola im Garten erfahren!

Der Rucola ist schon lange auf Zeitreise durch die kulinarische Welt. Die antiken Römer wussten ihn bereits zu schätzen und im mediterranen Raum ist die Rauke fester Bestandteil der frischen Küche. Auch wir haben die Salatrauke schätzen gelernt, schließlich ist sie reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Rucola säen ist ebenso einfach wie das Ernten und mit ein paar Tricks bleibt dein Rucola auch länger frisch

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