Brennnesseljauche gegen Blattläuse und als Dünger – so wird’s gemacht!

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Brennnesseljauche gegen Blattläuse und als Dünger – so wird’s gemacht!

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August 1, 2022
Brennnesseljauche gegen Blattläuse

Inhaltsverzeichnis

Erst gestern schien dein Garten prächtig zu gedeihen. Heute aber entdeckst du auf deinen Zier- und Nutzpflanzen eine gierige Schädlingsschar. Doch du bist für den Fall bestens ausgerüstet und setzt statt chemischer Keule die Brennnesseljauche gegen Blattläuse & Co. ein. Wir erzählen, wie die Jauche wirkt und wie du am besten das natürliche Pflanzenschutz- und Düngemittel zubereitest. 

Mit Brennnesseln gegen Blattläuse & Co. – wie wirkt das Nesselgift?

Brennnessel (Urtica dioica) ist eine wehrhafte Pflanze, denn Blätter und Stängel der Brennnesseln sind dicht mit feinen, gifthaltigen Härchen bedeckt. Eine Berührung – und schon bilden sich auf deiner Haut schmerzhafte Quaddeln. 

Das Nesselgift besteht zum großen Teil aus Ameisensäure, außerdem sind darin Kieselsäure, Histamine, Serotonine und weitere pflanzliche Stoffe enthalten. Nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Blattläuse und andere Schädlinge wie Spinnmilben oder Weiße Fliegen finden das Gift der Brennnesseln äußerst unangenehm. Dabei ist Brennnesseljauche sowohl für uns Menschen vorbeugend als auch beim Blattläuse-Befall effektiv.

Tipp:
Die Jauche ist mehr als ein biologisches Mittel zur Schädlingsbekämpfung, sondern auch ein wirksames Pflanzenstärkungs- und Düngemittel.

Brennnesseljauche ansetzen – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Um wirksam Läuse und sonstige Schädlinge zu bekämpfen, musst du das Nesselgift extrahieren und dafür eine Brennnesseljauche ansetzen. Für die Jauche kannst du Blätter und Stängel der Brennnessel nehmen, jedoch nicht die Blüten. Zunächst gilt es aber, die nötigen Utensilien zusammenzustellen:

  • Handschuhe zum Ernten von Brennnesseln
  • Scharfes Messer oder Schere
  • Kartoffelstampfer 
  • Bottich oder ein anderes Gefäß aus Plastik, Holz oder Steingut
  • Holzlöffel oder Stock zum Umrühren der Brennnesselbrühe
  • Holzbrett oder einen anderen Deckel für den Eimer mit der Brennnesseljauche

Bevor du loslegst, suche für das Gefäß einen geeigneten Standort aus, am liebsten in einer entfernten Gartenecke und in der Sonne. Auf diese Weise ersparst du dir einerseits den beißenden Geruch und beschleunigst andererseits die Gärung. So gehst du beim Zubereiten der Jauche vor:

  • Schneide Brennnessel ab und zerkleinere Blätter und Stängel.
  • Zerstampfe die Pflanzenmasse mit dem Stampfer, um das Nesselgift herauszulösen.
  • Fülle das Gefäß mit Wasser im Verhältnis 1 zu 10 auf. Verwende am liebsten Regenwasser oder weiches Leitungswasser.
  • Stelle das Gefäß mit der Jauche an dem vorgesehenen Ort auf und decke es sorgfältig zum Schutz gegen Fliegen ab.
  • Rühre die Brennnesseljauche immer wieder um. 
  • Solange die Gärung läuft, bilden sich auf der Jauche Bläschen und Schaum.
  • Sobald sich nach rund 14 Tagen keine Bläschen mehr bilden und die Flüssigkeit sich dunkel verfärbt hat, ist die Jauche fertig und rund 2 Wochen haltbar.
Hinweis:
Gegen den unangenehmen Geruch hilft es, der Flüssigkeit Gesteinmehl beizugeben.

Brennnesselbrühe und Brennnesseljauche – wo liegt der Unterschied?

Wenn dich Blattläuse und andere Schädlinge zum schnellen Handeln zwingen, bereite statt der Jauche eine Brennnesselbrühe oder einen Brennnesselsud zu. Die Brennnesselbrühe ist im Unterschied zur Brennnesseljauche schneller einsatzbereit, geruchsneutral und eignet sich zum Bekämpfen von Schädlingen, jedoch weniger zum Düngen.

Für die Brühe schneidest und zerstampfst du die Brennnesseln und gießt die Pflanzenmasse mit kochend heißem Wasser im Verhältnis 1 zu 10 über. Daraufhin lässt du den Sud in einem Plastik- oder Keramikgefäß 12 bis 24 Stunden ziehen. Seihe die Brühe ab und verwende die Brennnesselbrühe unverdünnt zum Ansprühen von befallenen Pflanzen. 

So setzt du die Brennnesseljauche gegen Ungeziefer effektiv ein

Wenn du Läuse, Spinnmilben und sonstige gierige Schädlinge mit der umweltfreundlichen Jauche bekämpfen willst, musst du die fertige Flüssigkeit zunächst verdünnen. Nutze zum Verdünnen genauso wie zum Ansetzen der Jauche nur weiches Leitungswasser oder Regenwasser. Setze jedes Mal eine neue Sprühdosis an!

Zum Behandeln von ausgewachsenen Nutz- oder Zierpflanzen mische die Brennnesseljauche im Verhältnis 1 zu 10. Wenn du Setzlinge und Jungpflanzen behandeln möchtest, dann empfehlen wir, die Jauche im Verhältnis 1 zu 20 zu verdünnen. Durch das Verdünnen vermeidest du Schäden an den Pflanzen, denn diese können auf hochkonzentriertes Nesselgift empfindlich reagieren.

Direkt nach dem Verdünnen ist die Mischung einsatzbereit. Fülle die Flüssigkeit in eine Sprühflasche und besprühe direkt die Blattläuse-Nester. Du kannst außerdem gerne die verdünnte Jauche unter die Pflanzen gießen, um die Läuse abzuschrecken und zugleich die Pflanzen zu stärken. Es wird eine mehrfache Behandlung mit der Brennnesseljauche notwendig sein, um die Blattläuse & Co. loszuwerden. Wiederhole das Besprühen täglich, bis keine lebenden Läuse zu sehen sind, und am besten noch einige Tage danach.

Tipp:
Zum Vorbeugen des Läusebefalls kannst du die Jauche ab dem Beginn der Vegetation einmal wöchentlich verwenden.

Brennnesseljauche als Dünger und Pflanzenstärkungsmittel

Doch nicht nur zur Vorbeugung eines Schädlingsbefalls und zur Vertreibung von Blattläusen wird die Jauche zu einer guten Wahl. Auch als ein effektives Dünge- und Stärkemittel hat die Brennnesseljauche für die meisten Pflanzen einen enormen Mehrwert. In erster Linie spielen die zellstärkende Kieselsäure sowie der Stickstoff dabei eine positive Rolle. 

Um deinen Garten und sogar den Rasen mit der Jauche aus Brennnesseln zu düngen, musst du die Jauche verdünnen. Gieße die verdünnte Brennnesseljauche unter die Pflanzen und wiederhole die Anwendung einmal pro Tag. So verdünnst du die Jauche richtig:

  • Für noch nicht bepflanzte Beete im Verhältnis 1 zu 1 oder sogar unverdünnt
  • Für Jungpflanzen im Verhältnis 1 zu 20
  • Für etablierte, kräftige Pflanzen im Verhältnis 1 zu 10
  • Für den Rasen im Verhältnis 1 zu 50
Wichtig zu wissen:
Das Düngen mit Jauche ist für stark zehrende Pflanzen wie Gurken und Tomaten, Rosen und Kürbisse die richtige Lösung. Für Hülsenfrüchte und Salate sowie für weitere Schwachzehrer ist die Brennnesseljauche aufgrund ihrer Stärke nicht zu empfehlen.

Jetzt die Brennnesseljauche als Pflanzenschutzmittel nutzen!

Mit der umweltfreundlichen Jauche stärkst du die Pflanzen im Kampf gegen Blattläuse und andere Schädlinge. Außerdem dient die Brennnesseljauche als effektives, ökologisches Düngemittel. Die Jauche ist schnell angesetzt und nach höchstens 14 Tagen einsatzbereit. Überzeug dich daher am besten selbst von den vielen Vorteilen der Brennnesseljauche und sorge für die beste Anwendung!

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