Weiße Raupen in der Erde – Engerlinge erkennen und bekämpfen

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Weiße Raupen in der Erde – Engerlinge erkennen und bekämpfen

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August 26, 2022
Weiße Raupen in der Erde

Inhaltsverzeichnis

Du hast beim Umgraben von deinem Gemüsebeet oder beim Vertikutieren von Rasenflächen dicke Raupen im Boden entdeckt? Vermutlich handelt es sich dabei um Engerlinge, also Larven von einigen Käferarten. Die Tierchen sehen unappetitlich aus, stellen aber in der Regel keinen Grund zur Panik dar. Doch was kannst du dagegen tun? Wir erklären dir hier, wie du Engerlinge bestimmst und die richtige Strategie im Umgang mit den Larven auswählst.

Engerlinge – Käferlarven als Bodenbewohner

Nicht wenige Käfer legen ihre Eier in den Boden ab, wo die schlüpfenden Larven genug Nahrung und Schutz vor Fressfeinden finden. Einen typischen Engerling erkennst du an einem dicken, madenarten Körper mit dunklerem Hinterleib, drei geknickten Beinpaaren und einer C-förmigen Körperkrümmung. Bis zu vier Jahre verbringen die Käferlarven in der Erde, bevor sie sich verpuppen und als kurzlebige Imago das Licht der Welt erblicken. 

Wenn du auf Engerlinge triffst, dann sind es mit hoher Wahrscheinlichkeit Larven der Blatthornkäfer (Scarabaeidae), und zwar der Maikäfer, Junikäfer, Gartenlaubkäfer, Rosenkäfer oder Nashornkäfer. Die ersten drei Käferarten und ihre Engerlinge sind Schädlinge, da deren Larven Wurzeln von verschiedenen Gräsern sowie von Salat, Rüben und Erdbeeren zum Fressen gerne haben. Die Larven von Nashornkäfer und Rosenkäfer ernähren sich dagegen von vermoderten Pflanzenteilen und richten keine Schäden an.

Engerlinge: Schädlinge und Nützlinge im Kurzporträt

Wir stellen dir kurz die Käfer vor, deren Larven du im Garten am häufigsten begegnest. Maikäfer, Gartenlaubkäfer und Junikäfer sind Schadkäfer und deren Larven ebenfalls Schädlinge. Rosenkäfer und Nashornkäfer sind geschützte Insekten und deren Engerlinge nützlich oder zumindest harmlos.

  • Maikäfer (Melolontha) mit braunen Flügeln, schwarzem Halsschild und fächerartigen Fühlern ernähren sich von Laub. Die Engerlinge bleiben rund vier Jahre im Boden und fressen Wurzeln von Gräsern und Nutzpflanzen.
  • Junikäfer oder Gerippter Brachkäfer (Amphimallon solstitiale) sehen dem Maikäfer ähnlich aus, besitzen jedoch keine ausgeprägten Fächerfühler. Die Engerlinge der Junikäfer ernähren sich von Wurzeln.
  • Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) hat dunkel gefärbte Flügeldecken mit metallischem Glanz. Als Engerling frisst der Gartenlaubkäfer Pflanzenwurzeln, als Imago ernähren sich die Käfer vom Laub.
  • Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) hat kastanienbraune Flügeldecken, das Männchen ist an seinem charakteristischen Horn zu erkennen. Die Larven und Imagines ernähren sich von Zellulosefasern, ohne Schäden im Garten anzurichten.
  • Rosenkäfer (Cetoniinae) mit metallisch glänzenden Flügeldecken gehören zu den geschützten Käferarten. Die Engerlinge fressen vermodertes Pflanzenmaterial, die Imagines ernähren sich von Nektar.

Für dich bedeutet das: Bevor du die weißen Raupen im Boden bekämpfst, musst du herausfinden, ob es sich um Nützlinge oder Schädlinge handelt. Wir erklären im nächsten Abschnitt, wie du die Engerlinge auseinanderhalten kannst.

So lassen sich die Engerlinge bestimmen

Es ist nicht so einfach, bei Engerlingen Freund und Feind zu unterscheiden. Alle diese Larven sehen rundlich aus, haben drei Beinpaare, kräftige Mandibeln und sind hell bis bräunlich gefärbt. Ob bei dir im Garten Schädlinge eingezogen sind, erkennst du an dem Zustand der Pflanzen. Braune Rasenflächen, die sich vom Boden leicht ablösende Grasnarbe und absterbende Nutzpflanzen deuten auf einen Befall mit Schadlarven hin. Behalte den Rasen daher im Blick und suche nach den Tieren.

Eine weitere Möglichkeit zur Identifizierung der Engerlinge ist es, das Fluchtverhalten der Raupen zu beobachten. Die Larven des Nashorn- und Rosenkäfers strecken sich und versuchen, in Rückenlage zu entkommen. Die Maikäfer-Larven bleiben gekrümmt, die Engerlinge der Gartenlaubkäfer und Junikäfer strecken sich, kriechen jedoch in Bauchlage. 

Engerlinge bekämpfen – Tipps und Tricks

Du hast einen Befall durch schädliche Engerlinge festgestellt und willst diese bekämpfen? Bevor du zur Tat schreitest, schätze den Befall ein. In der Regel richten sogar die Schadengerlinge keine nennenswerten Schäden ein. Ansonsten stehen dir folgende effektive und umweltfreundliche Methoden zur Verfügung: 

  • Gestalte dein Grundstück als einen Naturgarten, in dem sich Fressfeinde von Engerlingen wie Igel, Maulwürfe oder zum Beispiel Wiedehopf heimisch fühlen.
  • Grabe dein Beet oder befallene Flächen um und sammle die Larven manuell ein. Entsorge sie im Restmüll.
  • Kaufe Raub-Nematoden zum Bekämpfen von Engerlingen. Diese Fadenwürmer parasitieren auf den Larven und töten diese.
  • Stelle Engerlingsfallen auf. Fülle dafür einen Eimer oder Topf bis auf zehn Zentimeter mit Pferdemist oder Kompost, gib darauf eine Schicht Erde und grabe die Falle nahe der befallenen Stellen ein.
  • Decke die Gemüsebeete mit Insektenschutznetzen ab, damit die Maikäfer, Junikäfer oder Gartenlaubkäfer darauf nicht landen können.
  • Pflanze Rittersporn und Geranien, deren Aromastoffe die Engerlinge abschrecken. 
Tipp:
Lass das Gras länger wachsen, damit sich ein dichter Rasenteppich bildet. Häufiges Rasenmähen lässt dagegen vorteilhafte Bedingungen für schädliche Engerlinge entstehen.

Jetzt die richtige Strategie gegen weiße Raupen im Boden entwickeln!

Wenn du weiße Raupen in der Erde entdeckst, können es die Schad-Engerlinge von Maikäfern, Junikäfern oder Gartenlaubkäfern oder aber Raupen von nützlichen Rosenkäfern oder Nashornkäfern sein. Je nach Art des Engerlings musst du die Larven bekämpfen oder leben lassen. Wie du weitere Schädlinge wie Nacktschnecken auf eine umweltfreundliche Art mithilfe von Tigerschnecken loswirst, erfährst du hier in unserem weiterführenden Beitrag.

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