Tigerschnecke – ein Nützling unter den Nacktschnecken

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März 2, 2023
Tigerschnecke
hello world!

Inhaltsverzeichnis

Hättest du gewusst, dass du im Kampf gegen die Schneckenplagen auf einen ganz ungewöhnlichen Verbündeten setzen kannst? Dieser Verbündete heißt Tigerschnecke oder Tigerschnegel und ist ebenfalls ein Weichtier. Schnecken gegen Schnecken – so lässt sich umweltfreundlich die Zahl der gierigen Schädlinge reduzieren. Wir erklären, wie du eine Tigerschnecke erkennst und sie richtig gegen andere Schneckenarten einsetzt.

Tigerschnecke (Limax maximus) auf einen Blick:

  • Nacktschnecke aus der Familie Schnegel
  • Zu erkennen an ihrem auffälligen Fleckenmuster 
  • Bis zu 20 Zentimetern lang
  • Nachtaktiv, hat es gerne feucht und kühl
  • Ernährt sich von Eiern und Jungtieren anderer Schneckenarten
  • Pilze und tote Pflanzenteile sind Hauptnahrungsquelle
  • Im Unterschied zu Wegschnecken und anderen Schadschnecken sind Tigerschnegel-Eier transparent

Tigerschnecke – hübsch, imposant, nützlich

Dieses Tier fällt vor allem durch sein dekoratives Muster auf. Im Unterschied zu seinem Namensgeber trägt die Tigerschnecke (Limax Maximus) selten Streifen, sondern überwiegend Flecken. Schwarze Flecken auf braunem Hintergrund erinnern vielmehr an einen Leoparden. Das Mantelschild ist grau oder braun, mit einem seitlichen Atemloch. 

Die Tigerschnecke gehört zu den Lungenschnecken und ist eine Nacktschnecke aus der Familie der Schnegel. Ursprünglich stammt der Tigerschnegel aus Süd- und Westeuropa, inzwischen ist dieses Weichtier auch in Mitteleuropa heimisch. Mit einer Körperlänge von bis zu 20 Zentimetern ist die Tigerschnecke keineswegs zu übersehen, die meisten Tiere sind zwischen 12 und 15 Zentimetern lang.

Doch tagsüber wirst du das Weichtier kaum zu Gesicht bekommen, denn diese Schnegel sind nachtaktiv. Die Tigerschnecken ziehen feuchtere, kühle Ecken vor, auch im Keller fühlt sich manch eine dieser Schnecken wohl. Einmal im Jahr pflanzen sich die zwittrigen Schnegel fort, wobei sich zwei Schnecken etwas erhöht positionieren. Nach einer stundenlangen Paarung legen die Schnecken transparente Eier ab.

Gut zu wissen:
Für Menschen und Haustiere birgt diese ungiftige Schnecke keinerlei Gefahr, sondern bringt viel Nutzen.

Warum ist die Tierschnecke ein Nützling?

Während die Anwesenheit der meisten Nacktschnecken für den Gärtner nichts als Ärger bedeutet, ist ein Tigerschnegel ein willkommener Gartenbewohner. Der Grund liegt in seiner Ernährungsweise: Die Tigerschnecken ernähren sich unter anderem von Eiern der Wegschnecken und anderer Nacktschnecken. Auch die Jungtiere ihrer entfernten Verwandten stehen auf dem Speiseplan des Schnegels.

Obwohl sich die Tigerschnecke gerne mit tierischem Protein stärkt, ist das Weichtier doch vorwiegend ein Vegetarier. Abgestorbene Pflanzenteile und Pilze sind die Hauptnahrungsquelle des Schnegels. Die Tigerschnecke ist also in jedem Fall ein wertvoller Nützling, der Schadschnecken im Schach und deinen Garten sauber hält.

Tigerschnecke im Garten ansiedeln?

Jetzt weißt du, dass dieser Schnegel dich bei der Bekämpfung von Schneckenplagen tatkräftig unterstützt. Auch erkennst du den Tigerschnegel bereits auf den ersten Blick. Nun bleibt es, diese Nacktschnecke in deinen Garten einzuladen. In nur drei Schritten kannst du dieses Ziel erreichen:

  1. Du gestaltest in deinem Garten den Lebensraum für den Schnegel. Als ein solcher eignen sich Laub- und Asthaufen sowie Holzstapel.
  2. Du kaufst einige Tigerschnegel auf einer Schneckenfarm und entlässt sie in deinem Garten.
  3. Du fasst dich in Geduld und gibst den Schnegeln Zeit, sich zu vermehren und im Garten heimisch zu werden. Erwarte die ersten Erfolge erst in einigen Monaten.
Tipp:
Gerne kannst du die Tigerschnegel in einem Terrarium halten, damit sich diese fortpflanzen und du einen Nachschub an Schneckennachwuchs hast.

Warum brauchst du Alternativen zu Tigerschnecke?

Eine Schneckeninvasion kann dich um deine Gemüseernte bringen und deine Zierpflanzen entstellen. Während der regenreichen Perioden steigt die Gefahr einer Schneckenplage, wobei die Spanische Wegschnecke, die Gartenwegschnecke und die Ackerschnecke die größten Schäden anrichten. Eine Tigerschnecke wird die Zahl der Schadschnecken reduzieren, doch ihr Potenzial ist begrenzt, wofür es drei Gründe gibt:

  1. Die Tigerschnecke pflanzt sich nur einmal jährlich und im Vergleich zu sonstigen Weichtieren relativ langsam fort.
  2. Eier und Jungtiere der Nacktschnecken kommen auf dem Speiseplan des Schnegels erst nach der pflanzlichen Kost dran.
  3. Fressfeinde wie Spitzmäuse, Kröten und Igel finden Tigerschnegel genauso lecker wie andere Weichtiere.

Wirst du regelmäßig von Schneckenplagen heimgesucht, brauchst du starke Alternativen zur Tigerschnecke. Fünf Alternativen stellen wir dir weiter unten kurz vor.

Mechanische Bekämpfung – Eier und Schnecken absammeln

Suche im Spätsommer und Herbst nach Eiablagen der Nacktschnecken den Garten ab. Diese finden sich in feuchten Lagen, außerdem hilft Umgraben von Beeten nach dem Spätfrost. Denke daran, die transparenten Tigerschnecken-Eier zu verschonen. Während der Saison gehört Absammeln von adulten Schnecken im Beet zu deinen täglichen Pflichten.

Garten für Schnecken-Fressfeinde attraktiv gestalten

In einen Naturgarten ziehen Igel, Spitzmäuse, Kröten, Blindschleichen, Amseln und weitere Tiere ein, die Schnecken zum Fressen gerne haben. Leider sind von diesen Gartenbewohnern auch die Tigerschnecken nicht sicher.

Indische Laufenten – Haustier und Schneckenfeind

Laufenten können den Schnecken schnell den Garaus bereiten und du hast täglich ein leckeres Entenei zum Frühstück. Bedenke jedoch, dass Laufenten einen Stall und mindestens 150 Quadratmetern Auslauf pro Tier brauchen. Außerdem schmecken den Laufenten nicht nur Schnecken, sondern auch dein Gemüse.

Schneckenzäune – effektiv, aber teuer

Insofern du alle Schneckengelegen im Beet vernichtet hast, kannst du einen Schneckenzaun rundherum aufstellen. Diese Abwehrmethode ist effektiv, aber teuer und nur für eingeschränkte Bereiche sinnvoll.

Schneckenkorn – wirksam, auf richtige Anwendung achten!

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, dann verwende Schneckenkorn im Kampf gegen die Schneckenplage. Entscheide dich in diesem Fall für den unbedenklichen Wirkstoff Eisen-III-Phosphat und streue das Mittel streng nach der Gebrauchsanweisung. Für die Tigerschnecken ist bedauerlicherweise jedes Schneckenkorn lebensgefährlich.

Erfahre mehr über die Tigerschnecken und setzte die Weichtiere richtig ein!

Wenn du eine Schneckenplage im Beet auf eine umweltfreundliche Art bekämpfen möchtest, sind Tigerschnegel eine gute Wahl. Diese Schnegel fressen nämlich Eiablagen und Jungtiere anderer Schnecken. Wir stellen dir aber auch effektive Alternativen zu Tigerschnecke vor. Wie du speziell Schnecken im Hochbeet loswirst, erfährst du in diesem Beitrag. 

FAQ - Häufig gestellte Fragen zur Tigerschnecke

Wie groß können Tigerschnecken werden?
Tigerschnecken können bis zu 10 cm lang werden und haben eine kegelförmige Schale mit einem markanten Streifenmuster. Frage
Was fressen Tigerschnecken gerne?
Tigerschnecken sind Fleischfresser und fressen gerne andere Schnecken, aber auch tote Tiere und pflanzliche Nahrung wie Algen. Frage
Wie kann man Tigerschnecken im Garten kontrollieren?
Wenn du eine Tigerschnecken-Plage im Garten hast, kannst du versuchen, sie manuell zu entfernen, indem du sie einsammelst und weit weg von deinem Garten freilässt. Es gibt auch spezielle Schneckenkörner, die für Tigerschnecken tödlich sind.
Woher kommen Tigerschnecken?
Tigerschnecken sind ursprünglich in Südamerika beheimatet, haben sich aber in vielen Teilen der Welt, einschließlich Europa und den USA, als Neozoen etabliert.

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