Die Zimmerlinde – alle Eigenschaften im Überblick

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November 23, 2022
Zimmerlinde
hello world!

Inhaltsverzeichnis

Die entfernte kleine Verwandte der Linde kommt ursprünglich aus Afrika. Mit ihren großen Blättern und den weißen, duftenden Blüten verleiht sie jedem Raum nicht nur einen exotischen Touch, sie dient auch gleichzeitig als Luftreiniger und Ruhepol. Doch was macht die Zimmerlinde im Vergleich zu anderen Sorten so besonders und worauf ist dabei zu achten? Wie du sie am besten platzierst, pflegst und selbst vermehrst, erklären wir dir hier.

Die wichtigsten Eigenschaften der Zimmerlinde

Die Sparmannia africana zählt zu den Malvengewächsen (Malvaceae), genauso wie die großen Linden. Auch der Begriff ‚Kapländische Zimmerlinde‘ wird oft verwendet und deutet auf ihre Herkunft aus Südafrika hin. 

  • Wuchs: buschiger Kleinstrauch 
  • Blüte: weiße, leicht duftende Dolden von November bis Mai
  • Frucht: Kapsel
  • Laub: herzförmige, grüne, sehr große Blätter
  • Erde: sandig bis lehmig, mäßig-feucht und nährstoffreich
  • Standort: absonnig

Die kalkverträgliche Pflanze macht sich besonders gut in Wintergärten. Im Sommer fühlt sie sich im Freien wohl und schmückt Terrassen und Balkone. Als Zimmerpflanze wächst die Sparmannia africana bis zu drei Meter hoch. Du musst sie dafür aber zuschneiden. In freier Natur kann sie bis zu sieben Meter erreichen.

Daran erkennst du die Zimmerlinde im Detail

Auffallend an der Sparmannia africana sind die überproportional großen Blätter, die bis zu 20 Zentimeter lang und breit werden können. Leicht herzförmig sind sie dicht behaart und weisen einen gesägten Blattrand auf. Stamm und Triebe verholzen über Zeit. Dann tendieren sie mehr Blätter abzuwerfen. Die gelb-roten Staubblätter der weißlichen Blüten ragen in halbrunden Büscheln aus der weißlichen Blüte hervor. 

Die Blüten sitzen in langstieligen Blütendolden. Sie wachsen zuerst nach unten und drehen sich dann nach oben. Wenn du die Pflanze im Frühjahr nicht zuschneidest, blüht deine Zimmerlinde den gesamten Winter über bis in den Mai. Bei konstant niederer Temperatur kann sie sogar das gesamte Jahr über blühen.

Gewusst? Der botanische Name geht auf den schwedischen Arzt Anders Sparrmann zurück, der die Kapländische Zimmerlinde entdeckt und nach Europa gebracht hat.

Der passende Standort für deine Zimmerlinde

Für die Zimmerlinde ist vor allem eine gleichmäßig kühle Temperatur und ein heller, luftiger Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung wichtig. Die Temperatur sollte zwischen 15 und 18 Grad liegen. Daher ist ein Wintergarten, eine Eingangshalle, eine verglaste Loggia oder ein Glashaus ideal. Vorzugsweise platzierst du sie ost- oder westseitig im Haus. 

Damit sich die Pflanze gut entfalten kann, ist auch eine hohe Luftfeuchtigkeit von Vorteil, aber oft ist nicht alles gleichzeitig möglich. Wichtiger ist Temperatur und Helligkeit. Ziehen kannst du die Linde sowohl in Hydrokultur, also in Substrat aus Tonkügelchen, als auch in lockerer, nährstoffreicher Blumenerde, in die du Kompost mischst. 

Unsere Tipps zur Pflege der Zimmerlinde

Die Zimmerlinde ist nicht ganz einfach in der Handhabung. Daher solltest du die folgenden Regeln kennen, damit die Zimmerlinde ohne Pflegefehler gedeiht: 

  • Gießen: Gieße die Pflanze von März bis September ausreichend. Lass dazwischen die Erde aber etwas antrocknen. Während der Überwinterung braucht die Zimmerlinde weniger Wasser.
  • Düngen: Auch düngen solltest du reichlich. Von März bis September kannst du zwei- bis dreimal pro Woche dem Gießwasser Flüssigdünger zufügen. Hornspäne mischst du zusätzlich in die Erde. Im Winter genügt alle drei Wochen die Beigabe von Flüssigdünger.
  • Umtopfen: In den ersten Jahren solltest du jährlich im Frühjahr umtopfen, da die Pflanze sehr rasch wächst, und das sowohl unterirdisch im Topf als auch in die Höhe. Sorge dafür, dass das Gießwasser gut abfließen kann. Bei älteren Pflanzen genügt ein Umtopfen alle zwei Jahre nach dem Rückschnitt.
  • Schneiden: Sofern du nicht kapellenartige Räume hast, musst du bei der Sparmannia ordentlich zur Schere greifen. Das tust du am besten radikal im Frühjahr nach der Blüte oder regelmäßig, indem du die Triebe kürzt. 

Wenn du einen kleineren Raum hast, empfehlen wir dir die Sorte ‚Nana‘. Die ‚Variegata‘ hingegen wird schon etwas größer, bis zu dreieinhalb Meter. Charakteristisch an ihr sind die weißlich-grün panaschierten Blätter. Die ‚Flore Pleno‘ gilt als die hübscheste. Besonders an ihr sind die weißen Blüten, die nach innen ins Gelbe und Rosafarbene übergehen.

Diese Methoden funktionieren bei der Vermehrung 

In der Natur erfolgt die Vermehrung über die Bestäubung durch Insekten. Fruchtbar sind die innenliegenden Staubblätter. Nach der Befruchtung bilden sich Kapseln mit Stacheln. Diese bleiben am Fell von vorbeiziehenden Tieren hängen, die so die Samen verteilen. Bei dir zuhause ist der beste Zeitpunkt zur Vermehrung Frühjahr und Sommer. 

  • Kopfstecklinge: Schneide zirka 15 Zentimeter lange Stecklinge ab und kürze die Blätter um zwei Drittel. Stecke sie in ein Torf-Sandgemisch. Stelle sie an einen hellen aber nicht sonnigen Ort und halte das Substrat feucht. Sobald du neue Triebe siehst, haben die Stecklinge auch Wurzeln gebildet und sind reif für den Topf.
  • Aussaat: Lege die Samen für sechs Stunden in lauwarmes Wasser. Gib die Samen danach in ein Gefäß mit Torf und bedecke sie mit Sand. Bedecke die Schale mit Folie und lüfte regelmäßig. Halte das Substrat konstant feucht bei etwa 25 Grad Raumtemperatur. Nach etwa zwei Wochen sprießen die Keimlinge. Wenn sie fünf Zentimeter aus der Erde ragen, kannst du sie eintopfen.

Die Samen kaufst du entweder einfach im Gartencenter, oder du pflückst dir nach der Blüte die Samenkapseln, aus der du die Samen entnimmst. Beide Varianten führen zum Erfolg.

Tipp:
Gib die Stecklinge alternativ in ein Glas. Dann siehst du genau, wann sich die Wurzeln bilden.

Wann Krankheiten an der Zimmerlinde entstehen 

Schädlinge befallen die Zimmerlinde primär im Winter, wenn die Luft zu trocken wird. Dann können schon mal Läuse auftreten. Blattläuse kannst du mit Hausmitteln wie einem Wasser-Spülmittelgemisch vertreiben. Gegen Schädlinge wie Schmier-, Schild- oder Wollläuse hilft ein Pflanzenschutzmittel. Weiße Fliegen beugen Gelbtafeln ins Pflanzgefäß gesteckt vor. 

Doch ansonsten wird die Zimmerlinde selten krank. Sie reagiert jedoch auf Fehler bei der Pflege:

  • Gelbe Blätter deuten auf Nährstoffmangel hin.
  • Braun verfärbte Blätter: Der Standort könnte zu dunkel sein.
  • Keine Blüten: Auch hier könnte der Standort zu dunkel sein.
  • Schlaffe Triebe: Vermutlich auch ein Standortproblem.
  • Schimmel: Staunässe könnte der Grund sein.
  • Laubabwurf: Es könnte an zu kaltem Gießwasser, zu wenig Wasser, einem zu warmen Standort oder an Zugluft liegen. 

Wenn die Pflanze nicht so gedeiht, wie sie sollte, denke auf jeden Fall an einen Standortwechsel. In den meisten Fällen wird sie dann wieder aufblühen. Das gilt übrigens auch für viele andere Pflanzen.

Mehr zur Zimmerlinde im Haushalt erfahren! 

Für einige Zeit in Vergessenheit geraten, erlebt die Sparmannia derzeit gerade wieder ein Revival. Und das zu Recht. Selten blüht eine Zimmerpflanze so lange und duftet dabei auch noch so angenehm. Wenn du also einen passenden Platz in deinem Haus oder der Wohnung hast, wirst du mit ihrem wunderschönen, energiespendenden Anblick belohnt. Viele weitere Informationen und Tipps zur Zimmerlinde findest du zum Beispiel in unserem Beitrag zum Lindenbaum.

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