So pflegst du deinen Lavendel: die optimale Anleitung

Lesezeit: 6 Minuten

So pflegst du deinen Lavendel: die optimale Anleitung

|
März 2, 2022
lavendel

Inhaltsverzeichnis

Lavendel ist trockenheitstolerant und kann in sandigen Böden wachsen, was ihn zu einer idealen Gartenpflanze für trockene Sommer macht. Wir zeigen dir, wie du die Pflanze optimal pflegen kannst!

Herkunft von Lavendel

Schon die Römer nutzten Lavendel, um aromatische Badezusätze herzustellen: So leitet sich der Name dieser Pflanze von dem lateinischen Begriff lavare = "waschen" ab. Lavendel (Lavandula angustifolia) gehört mit Minze und Salbei zur Pflanzenfamilie der Lamiaceae. 

Der Halbstrauch war ursprünglich an der Mittelmeerküste beheimatet. In dieser Region ist er vor allem an trockenen, warmen Hängen zu finden. Die meisten Lavendelarten sind jedoch robust genug, um in unserer Klimazone als Gartenpflanzen zu gedeihen.

Die winterharte Art Lavandula angustifolia ist der am häufigsten angebaute Lavendel in Mitteleuropa und macht etwa 75 Prozent aller Lavendel aus. "Winterhart" ist jedoch ein relativer Begriff. In Weinbauregionen übersteht der Lavendel die kalte Jahreszeit problemlos, während er in kälteren Regionen mehr Pflege benötigt und geschützt werden sollte.

Lavandula angustifolia 'Hidcote Blue' ist einer der schönsten Zierlavendel. Er wurde im 19. Jahrhundert in England in den Hidcote Manor Gardens entdeckt, die für ihre spektakulären Gärten bekannt sind. Der Schuppenlavendel (Lavandula stoechas) ist eine beliebte sommerblühende Sorte für den Kübel und den Blumenkasten, mit stark aufrechten Hochblättern an den Blüten. Leider ist er nicht winterhart.

Das Aussehen und Wuchs der Lavendel

Lavendel hat einen kurzen, kissenförmigen Wuchs mit starken, aufrechten Zweigen und drahtigen Tribene. Unverwechselbar sind die meist violett-blauen, aromatisch duftenden Blüten und die nadelförmigen graugrünen Blätter.

Die quirlförmigen Blütenreihen, die einen bis zu acht Zentimeter langen ährenartigen Blütenstand bilden, machen ihn zu einer attraktiven Blume. Lavendel ist mehrjährig und wird 60 bis 100 Zentimeter hoch. Es sind auch rosa oder weiße Sorten erhältlich. Die Blütezeit beginnt im Juni und dauert bis August.

Der optimale Standort und Boden für den Lavendel

Lavendel wächst am besten an einem sonnigen, warmen Standort mit nährstoffarmem, gut durchlässigem Boden. Im Halbschatten kann der Strauch nicht ausreichend Energie zur Blütenbildung sammeln. Es ist wichtig, dass er im Winter nicht komplett nass wird, sonst sind die Pflanzen anfällig für Frost. Wenn dein Lavendel aufgrund von Kondenswasser an den Glasscheiben deines Gewächshauses zu nass ist, solltest du ihn umpflanzen.

Der perfekte Schnitt von Lavendel 

Du solltest deinen Lavendel häufig schneiden, damit er nicht senil wird, träge blüht und auseinanderfällt. Nachdem die Pflanzen geblüht haben, wird der erste leichte Schnitt vorgenommen. Schneide im zeitigen Frühjahr den Lavendel dann ein zweites Mal bis auf die holzigen Teile zurück. Die Pflanze verzweigt sich an den Kreuzungspunkten und bleibt kompakt und attraktiv.

Da sich die Halbsträucher nur schwer ins alte Holz zurückschneiden lassen, ist ein jährlicher Frühjahrsschnitt erforderlich. Im Spätherbst können die vertrockneten Blütenstängel noch einmal entfernt werden.

Tipp: Wenn dein Lavendel nicht blüht, ist es möglich, dass du den falschen Schnitt angewendet hast. Aber auch die Art des Rückschnitts und das Wetter haben einen Einfluss.

So bietest du deinen Lavendel den perfekten Winterschutz

Der Lavendelstrauch braucht einen warmen Standort, der frei von kalten Ostwinden ist, und einen gut durchlässigen Boden, um den Winter zu überstehen. Auch in kälteren Gefilden braucht der Halbstrauch einen geschützten Standort, der frei von Frost und Schnee ist.

Im Winter sollte der Lavendel an der Basis des Stängels gemulcht und zusätzlich mit Tannenreisig abgedeckt werden, damit er die Saison übersteht. In Weinbauregionen kannst du diese Vorsichtsmaßnahmen normalerweise weglassen.

Lavendel durch Stecklinge vermehren 

Die Vermehrung von Lavendel durch Stecklinge ist im Frühjahr möglich. Beim Rückschnitt fallen diese natürlich ab und werden am besten in Sand unter einer Folie gezogen. Die Stecklinge können auch später in der Saison gezogen werden. Lavendel sät sich gelegentlich selbst aus, aber die Nachkommen sind nicht immer sortenecht. Außerdem kannst du Lavendel auch eigenständig aussäen. Bei älteren Exemplaren kannst du auch den Wurzelballen teilen, sei dabei allerdings vorsichtig, dass du das Wurzelwerk nicht ernsthaft verletzt.

Krankheiten und Schädlinge 

Lavendel ist resistent gegen Krankheiten und Schädlingen. Seine Inhaltsstoffe halten Blattläuse und anderes Ungeziefer in Schach. Auch Schneckenfraß wird durch seine Öle vermieden. Die einzige Krankheit, die die Pflanzen an feuchten Standorten häufiger befallen kann, ist die Stängelgrundfäule, die durch einen Pilz der Gattung Phytophthora verursacht wird.

Vorsicht beim Düngen! 

Um sicherzustellen, dass du bei der Lavendelpflege keine Fehler machst, denke an Folgendes: Verwende keinen Dünger oder Kompost. Lavendel gedeiht auf mineralischem Boden und zu viele Nährstoffe führen dazu, dass die Triebe schnell wachsen und dadurch dicker und weniger stabil werden. Wenn du den Lavendel übermäßig düngst, wirst du nicht viel erreichen. Gieße des Weiteren deinen Lavendel nur bei anhaltender Trockenheit.

Wie kann der Lavendel im Garten verwendet werden? 

Die Attraktivität des Lavendels wird durch die violetten Blüten, die ab Juli blühen, und die silbergrauen, lanzettförmigen Blätter verstärkt. Auch diese machen den Lavendel nach der Blüte attraktiv - vor allem, wenn er als Beetpflanze im Garten verwendet wird.

Trotz ihrer offensichtlichen Unterschiede werden Rosen und Lavendel häufig als Beetpflanzen im Garten angebaut. Sie vertragen sich jedoch nicht gut: Beide sind zwar Sonnenanbeter, aber sie ergänzen sich ästhetisch und Lavendel ist auch dafür bekannt, dass er Blattläuse fernhält. Andererseits haben die Pflanzen unterschiedliche Ansprüche an den Boden: 

Lavendel bevorzugt arme, trockene Böden, während Rosen in lehmigen, nährstoffreichen, frischen und nicht zu nährstoffarmen Böden gedeihen. Du kannst verhindern, dass der Lavendel zu dicht wächst, indem du einen Pflanzabstand von 80 bis 100 Zentimetern einhältst und Bausand einarbeitest, um die Standorte der Lavendel einzuebnen. 

Im Allgemeinen sind späte Sorten von Steppen-Salbeis (Salvia nemorosa) oder Katzenminze (Nepeta x faassenii) hinsichtlich der Standortanforderungen vorzuziehen.

Lavendel als Topf- oder Kübelpflanze verwenden 

Lavendel ist auch als Topf- oder Kübelpflanze beliebt und macht sich gut in Blumenkästen. Besonders attraktiv ist er in Terrakotta-Töpfen oder Kübel im mediterranen Stil. So ist dein Sitzplatz den ganzen Sommer über in ein erfrischendes Lavendelaroma getaucht. Echter Lavendel braucht eine lehmige Bodenmischung mit Sand und Kies. Auf den Boden des Behälters sollte eine Schicht Topfscherben oder Steine als Drainage gelegt werden. Lavendel im Topf kannst du wunderbar als Zimmerpflanze pflegen.scho

Der Schopflavendel ist eine schöne, duftende Staude, die sich gut für eine Vielzahl von Pflanzgefäßen verwenden lässt. Er hat die gleichen Pflegeansprüche wie echter Lavendel, wird aber wie eine typische Balkonblume kultiviert. Er passt wunderbar zu Ziergräsern und anderen Strukturpflanzen sowie zu weiß blühenden Balkonblumen. Echter Lavendel ist dauerhaft, obwohl sich eine frostfreie Überwinterung nicht immer lohnt.

So kannst du Lavendel als Heil- und Duftpflanze verwenden 

Der echte Lavendel wird seit Jahrhunderten als starke Heilpflanze verwendet. Blüten und Blätter enthalten ätherische Öle, die einen beruhigenden und harmonisierenden Einfluss haben. In der Küche werden Lavendelblüten häufig zu Desserts und Soßen hinzugefügt. Die Öle, die auch in der Parfümerie verwendet werden, sind einer der Gründe, warum die Pflanze in der Provence, aber auch in Teilen Englands in großem Umfang angebaut wird. Hier kannst du mehr zur Verwendung von Lavendel erfahren.

Es wird empfohlen, den Lavendel bei Sonnenaufgang zu ernten. Dann ist der Duftgehalt am höchsten. Bis heute wird Lavendel für eine Vielzahl von Produkten verwendet, darunter Lavendelseife, Duftsäckchen und sogar Duftkerzen. 

Tipp: Du kannst auch deine eigenen Duftkerzen herstellen und sie mit Lavendel aromatisieren! 

Lavendelblüten als Tee zubereiten: So geht's! 

Lavendeltee ist ein traditionelles Hausmittel, das eine Vielzahl von Beschwerden lindert. Er hat eine beruhigende Wirkung und fördert einen tiefen, erholsamen Schlaf, wenn er vor dem Schlafengehen getrunken wird. Lavendeltee hat außerdem eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung, was ihn zu einem hervorragenden natürlichen Heilmittel bei Hals- und Rachenentzündungen macht.

Zudem hilft Lavendeltee bei Blähungen, Völlegefühl und Bauchkrämpfen, was ihn zu einem bekannten Mittel gegen Magenprobleme macht.

So kannst du Lavendeltee zubereiten:

  • Gebe zwei gehäufte Teelöffel Lavendelblüten in ein Tee-Ei 
  • Überbrühe sie mit einem Viertellieter kochendem Wasser und lasse den Lavendeltee ungefähr 10 Minuten ziehen.
  • Reiner Lavendeltee hat einen einzigartigen Geschmack, an den man sich erst einmal gewöhnen muss, obwohl man ihn mit anderen Kräutern wie Baldrian oder Gewürzfenchel verbessern kann.
  • Du solltest nicht mehr als eine Tasse pro Tag trinken, da Lavendeltee in zu großen Mengen die Magenschleimhäute schädigen kann.

Mehr über Lavendel erfahren

Abschließend ist Lavendel eine pflegeleichte Pflanze, deren Blüten du wunderbar in der Küche oder gegen Insekten einsetzen kannst. Falls du mehr über die Wirksamkeit von Lavendel gegen Motten, Zecken, Wespen und Katzen erfahren möchtest, kannst du hier mehr nachlesen. Zuletzt findest du in der Pflanzenschule Informationen zu vielen weiteren Pflanzen wie der Lavendelheide, Schopflavendel und der Magnolie.

hello world!
magnifiercrossmenuarrow-left