Schädlinge bei deinem Lavendel erkennen – so geht’s!

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Schädlinge bei deinem Lavendel erkennen – so geht’s!

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Februar 28, 2022
Lavendel Schädlinge

Inhaltsverzeichnis

Lavendel (Lavandula angustifolia) ist ein vielseitiges Kraut für den Garten und Balkon. Er eignet es sich hervorragend zum Verfeinern von Speisen und wird vor allem in der mediterranen Küche verwendet. Lavendel wird auch wegen seiner therapeutischen Eigenschaften und seines Duftes sehr geschätzt. 

Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben und anderes Ungeziefer meiden den intensiv duftenden Lavendel aufgrund seines hohen Gehalts an ätherischen Ölen. Daher kann Lavendel auch als natürliches Mittel gegen diese Pflanzenschädlinge eingesetzt werden. Wir haben eine Liste der häufigsten auftretenden Schädlinge zusammengestellt, damit du sie im Garten und Balkon schnell identifizieren kannst.

Zikaden (Hyalesthes Obsoletus) an deinem Lavendel 

Zikaden lassen sich gerne bei trockenem und mildem Wetter auf anderen Pflanzen nieder. Sie beißen sich mit ihrem Rüssel in die Blätter der Pflanze und saugen das Blattmesophyll aus. Außerdem kannst du sie an einem dünnen grün-gelben Körper erkennen, der ungefähr zwei bis vier Millimeter lang ist.

Die ersten Anzeichen für einen Befall kannst du ab Mitte Mai beobachten. Die Blätter haben weiße Saugstellen, welche einen grauen bis silbernen Schimmer haben. Durch die hohe Anzahl an Saugnäpfen scheint es so, als sei das Blatt panaschiert oder gesprenkelt.

Die Blätter vergilben und werden mit der Zeit brüchig. Zuerst erscheinen sie blassgrün, bevor sie farblos werden. Weiße Epidermisreste der Zikaden sind auf der Unterseite der Blätter sichtbar. Nekrosen können manchmal an den Blatträndern gefunden werden.

Darüber hinaus können Zikaden auch andere Krankheitserreger verbreiten. Das Stolbur-Phytoplasma ist ein Mikroorganismus, der Pflanzen abtöten kann. Das Bakterium höhlt das Innere der Triebe aus und verhindert, dass Nährstoffe transportiert werden können.

So beugst du Zikaden vor

Der beste Weg, um sich vor Zikaden zu schützen, lautet Nützlinge zu fördern. Nützlinge sind natürliche Fressfeinde von Zikaden, die auf natürliche Weise einen Zikadenbefall vorbeugen. Versuche Larven, Laufkäfer, Schlupfwespen in der Nähe von Lavendel zu kultivieren. Dazu kannst du ein Insektenhotel aufstellen, oder Nistkästen und Vogeltränken aufstellen. Zusätzlich ist die Bekämpfung von Unkraut ein wichtiger Punkt in der Abwehr von Zikaden. Unter Umständen siedeln nur wenige Insekten in das Hotel, wenn es in der Nähe von Lavendel steht, da Lavendel einen starken Geruch hat, den viele Insekten meiden.

So bekämpfst du Zikaden 

Die Larven der Zikaden können mit einer Lösung aus Neemöl bekämpft werden. Mische 5 ml Neemöl, 1,5ml Rimulgan und ein Liter Wasser und versprühe die Lösung regelmäßig auf deinen befallenen Lavendel. Zusätzlich kannst du eine Gelbtafel neben deinem Lavendel aufstellen. Falls die natürlichen Maßnahmen keinen Erfolg bringen, kannst du universelle Schädlingsmittel einsetzten, Bedenke, bei der Ernte der Blüten, ob du bei einem Strauch ein Schädlingsmittel verwendet hast. 

Japankäfer (Popillia Japonica) bei deinem Lavendel 

Der japanische Käfer ist ein winziger asiatischer Schädling, das in der Kultur- und Wildpflanzenwelt Verwüstung anrichtet. Der japanische Käfer ist acht bis zwölf Millimeter lang. Kopf und der Körper des japanischen Käfers sind goldgrün, währenddessen die Oberseite der Flügel metallisch kupferfarben glänzen.

Erwachsene japanische Käfer schlüpfen zwischen Mai und Juni, nachdem sich die Larven verpuppt haben. Die Hauptflugzeit der japanischen Käfer liegt zwischen Mitte Mai und Mitte August. Die erwachsenen Käfer ernähren sich von den Blättern der Pflanze, manchmal bis hinunter zu den Zweigen.

Befallene Pflanzenteile färben sich braun und fallen allmählich ab. Wenn die Pflanze Blüten hat, sind auch diese nicht vor zusätzlichem Fraß durch den Käfer geschützt. Interessant ist, dass die Schädlinge eine ganze Pflanze kahlzufressen scheinen, während benachbarte Pflanzen kaum angeknabbert wurde.

So beugst du Japankäfer vor

Im Frühherbst kannst du dein Beet umgraben. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Larven auf dem Boden in Bodennähe grasen. 

Während der Hauptflugzeit sollten Grasflächen nicht bewässert werden, da dies die Attraktivität des Rasens für die eierlegenden Weibchen verringert. Außerdem kann eine höhere Schnitthöhe des Rasens die Ausbreitung und Entwicklung des japanischen Käfers bekämpfen.

Du kannst die Wirtspflanzen und den umliegenden Boden visuell untersuchen, um festzustellen, ob ein Befall vorliegt. Wenn du einen Befall feststellst, benachrichtige bitte sofort deinem örtlichen Pflanzenschutzdienst.

So bekämpfst du die Japankäfer 

Nützliche Insekten wie Vögel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Rollwespen und Laufkäfer ernähren sich von den Engerlingen im Boden. Bakterien (Paenibacillus popilliae), parasitäre Nematoden (Steinernema sp., Heterorhabditis sp.) oder entomopathogene Pilze (Beauveria bassiana, Metarhizium anisopliae) können zur Vernichtung der Larven eingesetzt werden.

Selbst kleine Mengen der Käfer können mit Lockstofffallen (Pheromone) oder durch manuelles Absammeln beseitigt werden.

Da sich der japanische Käfer nach Europa ausbreiten kann, wenn er nicht bekämpft wird, sollte er bei Entdeckung eines Befalls eingefangen und beim Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.

Wurzelfäule durch Staunässe

Stauendes Wasser ist ein großes Problem für viele Pflanzen, Kräuter und Sträucher. Falls Lavendel zu viel Wasser abbekommt und in schwerer Erde gepflanzt ist, wird der Strauch unter Wurzelfäule leiden. Die Feuchtigkeit in der Erde führt dazu, dass die Wurzeln absterben und verrotten. 

Ironischerweise trocknet die Pflanze dadurch aus, wenn die geschädigten Wurzeln nicht mehr genug Wasser zu den oberirdischen Teilen der Pflanze fließen lassen.

Das passiert häufig in milden, aber nassen Wintern oder wenn anfangs nicht für eine ausreichende Drainage gesorgt wurde. Wurzelfäule wird auch durch zu viel oder falsches Gießen verursacht.

Behandle Pilzerkrankungen möglichst schnell

Pilze können kranke und geschwächte Lavendelpflanzen schnell töten, weshalb sie so anfällig für Infektionen sind. Der berüchtigte Phorma Lavandula, manchmal auch als Lavendelsterben bekannt, ist ein Pilz, der Gärtnerinnen und Gärtner besonders fürchten.

Der Pilz, der diese Verfärbung verursacht, wächst auf den Wurzeln und Stängeln der Lavendelpflanzen. Er beginnt mit dunkelbraunen Flecken und verfärbt sich dann schwarz, vor allem auf den Blättern. Diese sollten so schnell wie möglich beseitigt werden, damit die Pflanze eine Überlebenschance von der Krankheit hat. Da sich Krankheiten wie eine Pilzinfektion schnell ausbreiten, solltest du sie immer im Auge behalten.

Das kannst du gegen faulende Wurzeln tun!

Wenn du Glück hast, kannst du auch Lavendel (Lavandula angustifolia) mit verfaulten Wurzeln retten. Um dies zu erreichen, befolge diese Schritte:

  • Lege das Wurzelwerk frei.
  • Entferne die Erde und untersuche die Wurzeln.
  • Schneide kranke und verfaulte Wurzeln mit einem scharfen und sauberen Schneidewerkzeug ab.
  • Nimm den Lavendel aus dem Behälter und pflanze ihn in frische, trockene Erde.
  • Gieße deine Pflanze ein wenig. 
Tipp:

Du kannst auch getrocknete Lavendelblüten oder Lavendelöl verwenden, um Insekten, wie Motten, Fliegen oder Spinnen, auf anderen Pflanzen loszuwerden. Lass eine bis zwei Handvoll Blüten in einem Liter kochendem Wasser mehrere Stunden lang einziehen und besprühe dann die kranken Pflanzen mit dem abgekühlten Lavendelwasser.

Mehr über Lavendel erfahren!

Das Wichtigste bei Lavendel ist, dass er sehr anfällig für Krankheiten ist, wenn seine Wurzeln zu viel Wasser bekommen. Wenn du das verhindern willst, pflanze deinen Lavendel in gut durchlässigen Boden und sorge für eine ausreichende Drainage. Erfahre zuletzt, wie du vertrockneten Lavendel retten kannst.

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