Kirschlorbeer vermehren – diese Methoden eignen sich!

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November 21, 2022
Kirschlorbeer vermehren
hello world!

Inhaltsverzeichnis

Du besitzt bereits einen Kirschlorbeer, der deinen Garten das gesamte Jahr über mit einem satten Grünton gestaltet und möchtest das Gehölz vermehren, um einen Sichtschutz zu bilden oder deinen Garten noch grüner zu gestalten? Stecklinge, Risslinge, Abmoosen und Aussaat sind durchaus denkbar. In diesem Beitrag zeigen wir dir, auf welche Arten du deine Lorbeerkirsche vermehren und von einer Vielzahl an Lorbeer-Gehölzen profitieren kannst!

In diesen Fällen lohnt sich die Vermehrung des Kirschlorbeers

Der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist eine überaus beliebte Gartenpflanze in unserer Region, die winterhart ist und auf immergrüne Art und Weise viele Jahre in deinem Garten stehen wird. Das Gehölz gilt als besonders schnellwüchsig, wodurch es sich finanziell nicht immer lohnt, große Pflanzen neu zu kaufen. 

Stattdessen bietet sich an, deinen vorhandenen Kirschlorbeer im Garten selbst zu vermehren. Es mag zwar etwas länger dauern, bis deine neuen Gehölze ausreichend Wurzeln ausgebildet haben und mit dem starken Wachstum beginnen, solange du jedoch einen gesunden Kirschlorbeer im Freiland stehen hast, lohnt sich die Vermehrung auf jeden Fall!

Tipp:
Sollte dein Kirschlorbeer im Garten regelmäßig von Krankheiten oder Schädlingen befallen sein, ist eine Vermehrung dieser Pflanze nicht sinnvoll. 

Die gängigsten Methoden zur Vermehrung des Lorbeers

Deinen Kirschlorbeer zu vermehren, ist einfacher als du vielleicht zunächst annehmen magst. Insbesondere dann, wenn du regelmäßig einen Rückschnitt durchführst, wirst du ohnehin Material für die Vermehrung besitzen. Nachfolgend erklären wir dir die unterschiedlichen Methoden für die Vermehrung deines Kirschlorbeers. 

Kopfstecklinge

Es lohnt sich, den Kirschlorbeer regelmäßig zurückzuschneiden. Speziell beim Formschnitt im Juni bis Juli erhältst du dabei hochwertige Kopfstecklinge, die du zu neuen Pflanzen heranziehen kannst. Für die Vermehrung mit Kopfstecklingen gehst du folgendermaßen vor: 

  1. Schneide im Juli einen 15 Zentimeter langen Trieb als Steckling vom Kirschlorbeers ab. 
  2. Fülle eine Anzuchtschale mit Aussaat- oder Anzuchterde. 
  3. Entferne die unteren Blätter des Kopfstecklings. 
  4. Stecke den Trieb in die Erde und stelle ihn an einen warmen Ort. 
  5. Bedecke die Schale mit einer Plastikhaube und halte das Substrat feucht. 
  6. Nach einigen Wochen werden sich Wurzeln gebildet haben, stelle den Kopfsteckling im Winter jedoch noch kalt und hell auf.
  7. Im nachfolgenden Frühjahr kannst du den Steckling an einem geeigneten Standort im Garten auspflanzen. 
Tipp:
Ein Kopfsteckling ist ein noch nicht vollständig verholzter Trieb mit einer grünen Triebspitze. 

Risslinge

Wenn von Risslingen gesprochen wird, dann handelt es sich um sogenannte Basal- oder Fußstecklinge des Kirschlorbeers. Ein Rissling wird mit dem Astring von dem zweijährigen Holz des Kirschlorbeers abgerissen und nicht geschnitten. Anschließend wird der Rissling in eine Schale mit Aussaaterde oder einem Gemisch aus Sand und Humus gesteckt. Die Bewurzelung von Risslingen benötigt zwar einen längeren Zeitraum, jedoch gelten Pflanzen, die aus Risslingen gezogen wurden, als robuster und widerstandsfähiger. So gewinnst du einen Rissling von deinem Kirschlorbeer: 

  1. Suche nach einem Trieb des Kirschlorbeers, der sich durch helles Holz auszeichnet. 
  2. Reiße den Trieb mit einem kräftigen Ruck von der Pflanze ab. 
  3. Reiße nun außerdem alle jungen und grünen Triebe von dem Rissling ab. 
  4. Die Rindenzunge, die an der Rissstelle hängen geblieben ist, schneidest du ebenfalls ab. 
  5. Entferne zudem die unteren Blätter und kürze verbleibende Blätter um die Hälfte ein. 

Aussaat

Dein Kirschlorbeer bildet nach der Blütezeit Steinfürchte aus, die Saatgut beinhalten, welches du selbstverständlich ebenfalls für die Vermehrung deines Gehölzes verwenden kannst. Allein die Keimdauer der Samen der Lorbeerkirsche zieht sich jedoch über drei bis vier Monate. Wenn du jedoch Lust hast, mit den nicht-sortenechten Samen des Kirschlorbeers zu experimentieren und zu beobachten, wie die neue Pflanze aussehen wird, kannst du folgendermaßen vorgehen: 

  1. Sammle im Herbst die reifen Samen des Kirschlorbeers und löse die Kerne aus diesen. 
  2. Lasse die Samen auf Küchen- oder Filterpapier ausreichend trocknen. 
  3. Lasse die Samen anschließend einige Wochen lang bei vier Grad Celsius stratifizieren, denn der Kirschlorbeer ist ein Kaltkeimer. 
  4. Gib die Samen in ein Aussaatgefäß mit einem Gemisch aus Sand und Gartenboden. 
  5. Nach der Keimung pikierst du die Samen und vereinzelst sie so auf einzelne Pflanzgefäße. 
  6. Im kommenden Herbst kannst du deine Kirschlorbeer-Pflänzchen auspflanzen. 

Abmoosen

Auch das Abmoosen oder die Bewurzelung im Wasser ist eine Methode, mit der du deinen Kirschlorbeer vermehren kannst. Leider sind diese Methoden weniger zuverlässig als die zuvor genannten, wenn du es dennoch ausprobieren möchtest, führst du das Abmoosen deines Kirschlorbeers folgendermaßen durch: 

  1. Wähle im Frühjahr einen gesunden Zweig des Kirschlorbeers als sogenannten Absenker aus und entferne diesen nicht von der Mutterpflanze. 
  2. Schäle ungefähr 15 Zentimeter unterhalb der Triebspitze einen ein Zentimeter breiten Streifen bis auf die Kambium-Schicht ab. 
  3. Bestreiche diese Verwundung des Triebs mit einem Bewurzelungshormon.
  4. Bedecke die Wunde mit feuchter Stecklingserde und umwickle ihn mit Folie, damit die Erde feucht bleibt. 
  5. Wässere bei Bedarf von oben, sodass das Substrat nicht austrocknet. 
  6. Sobald ausreichend viele Wurzeln vorhanden sind, kannst du den Trieb von der Pflanze abtrennen und an einem neuen Standort in fruchtbaren Boden auspflanzen. 

Mit diesen Werkzeugen vermehrst du den Kirschlorbeer

Dadurch, dass der Kirschlorbeer sich mit unterschiedlichen Methoden vermehren lässt, benötigst du, in Abhängigkeit zur jeweiligen Methode, unterschiedliche Werkzeuge. Grundlegend gilt aber, dass du die nachfolgenden Werkzeuge und Materialien vorhanden haben solltest, um den Kirschlorbeer hochwertig und zielbringend zu vermehren: 

  • Scharfes und sauberes Schneidewerkzeug (Messer oder Astschere)
  • Anzuchtschalen oder Töpfe
  • Aussaaterde oder Stecklingserde
  • Alternativ: Gemisch aus Sand und Humos oder Sand und Gartenerde 
  • Plastikfolie oder Plastikhauben

So pflegst du die frisch vermehrten Kirschlorbeer-Pflanzen

Zunächst solltest du deine vermehrten Kirschlorbeer-Pflanzen erst dann auspflanzen, wenn die Wurzeln eine Länge von mindestens fünf Zentimetern erreicht haben und die Temperaturen im Freiland mild bis warm sind. So erhält die junge Pflanze die besten Möglichkeiten, um sich an ihrem neuen Standort zu verwurzeln und prächtig zu entwickeln. 

Vergiss darüber hinaus nicht, auch die Jungpflanzen mit Düngemitteln zu versorgen und zu Beginn ausreichend zu gießen. Je jünger das Lorbeer-Gewächs darüber hinaus ist, desto anfälliger sind die Blätter für Sonnenbrand. Suche dir also für deine Gehölze einen sonnigen bis halbschattigen Standort, der am besten leicht windgeschützt ist. 

Erfahre jetzt mehr über eine gelungene Vermehrung!

Ein Kirschlorbeer genügt dir nicht in deinem Garten und du möchtest deine Hecke vergrößern? Dann vermehre das Gehölz doch ganz einfach mit unterschiedlichen Mitteln und freue dich über den Anblick der immergrünen Pflanzen! Wie wäre es darüber hinaus mit einer neuen Sorte des Kirschlorbeers? Erfahre mehr über die unterschiedlichen Sorten des Strauchs und lies dir dafür unseren Beitrag über den Portugiesischen Kirschlorbeer durch!