Der Kirschlorbeer als Hecke – so gelingt die Pflege!

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November 21, 2022
Kirschlorbeer Hecke
hello world!

Inhaltsverzeichnis

Der Kirschlorbeer ist in unserer Region ein beliebtes Gehölz, denn der Strauch ist immergrün, winterhart und versorgt den Garten viele Jahre lang mit einer schönen Optik. Darüber hinaus lässt der Kirschlorbeer sich nicht nur als Solitärgehölz, sondern auch als Hecke kultivieren. Dieser Beitrag nimmt den Kirschlorbeer als Hecke mit all seinen Vor- und Nachteilen genauer unter die Lupe und erklärt dir alles Wissenswerte zur Lorbeerkirsche!

Diese Vorteile bietet die Kirschlorbeer-Hecke

Während die einen Gartenbesitzer und -Besitzerinnen den Kirschlorbeer insbesondere aufgrund seiner blickdichten Eigenschaften als Sichtschutz schätzen und pflegen, sind wieder andere Gärtner weniger begeistert von dem Gehölz. Wir werfen in diesem Blick zunächst einen Blick auf die Vorteile des Kirschlorbeers als Hecke. 

Der wohl größte Vorteil der Kirschlorbeer-Hecke ist die Robustheit der Pflanze. So verträgt der Prunus laurocerasus Hitze und Trockenheit und kommt mit so gut wie jedem Boden gut zurecht. Selbst auf armen Sandböden oder schweren Lehmböden fällt es dem Kirschlorbeer nicht schwer, stark und gesund zu wachsen. Darüber hinaus ist das Gehölz winterhart und immergrün. Ein weiterer großer Vorteil der Heckenpflanze ist, dass sie kein Problem mit dem Wurzeldruck benachbarter Pflanzen hat. So kann der Kirschlorbeer selbst in Böden gedeihen, die durch Bäume und andere Pflanzen intensiv durchwurzelt sind. 

Das schattenverträgliche Gehölz ist außerdem sehr schnittverträglich. Selbst ältere Pflanzen können problemlos bis auf verholzte Pflanzenteile zurückgeschnitten werden und vertragen sogar einen Rückschnitt bis auf den Stock, also bis auf den Boden. Du kannst dir beim Kirschlorbeer sicher sein, dass das Gehölz zuverlässig wieder austreiben wird. Auch von Krankheiten oder Schädlingen lässt der Kirschlorbeer sich so gut wie gar nicht beeinflussen. Lediglich der Dickmaulrüssler und die Schrotschusskrankheit können bei dem Strauch auftreten, jedoch handelt es sich hierbei selten um lebensbedrohliche Szenarien. 

Tipp:
Ein weiterer Vorteil für den Kirschlorbeer ist, dass die Pflanze im Vergleich zu anderen Heckenpflanzen (Glanzmispel, Ilex oder Eibe) relativ günstig im Preis ist. 

Warum eine Kirschlorbeer-Hecke nachteilhaft sein kann

Neben diesen vielen genannten Vorteilen lassen sich leider auch einige Nachteile beim Kirschlorbeer finden, die dafür gesorgt haben, dass die Meinungen von Gärtnern und Gärtnerinnen gespalten sind. So gilt der Kirschlorbeer zwar als pflegeleicht und winterhart, jedoch kann insbesondere die Frosttrocknis im Winter dem Strauch stark zusetzen: An stark sonnigen Standorten hat die Wintersonne in Kombination mit dem Bodenfrost das Potenzial, das Gehölz auszutrocknen, wodurch die Hecke sich braun verfärben kann. Dies ist zwar nicht lebensbedrohlich für die Pflanze, stellt jedoch gleichzeitig nicht die gewünschte Optik des immergrünen Strauches dar. 

Neben der Optik des Kirschlorbeers im Winter gibt es vor allem Nachteile bei der Kompostierbarkeit des Laubes. So benötigt der Umsetzungsprozess viel Zeit, denn die Blätter des Kirschlorbeers verrotten schlecht und langsam. Auch der Heckenschnitt, bei dem besagtes Laub anfallen kann, fällt häufig etwas mühsamer aus als bei anderen Heckenpflanzen. Insbesondere bei ästhetischen Ansprüchen sollten motorisierte Heckenscheren gemieden werden, denn diese sorgen beim Formschnitt schnell für trockene und braune Schnittflächen an angeschnittenen Blättern. 

Auch der ökologische Wert des Kirschlorbeers wird von Naturschutzverbänden, wie der NABU, als gering eingestuft. Zwar produziert das Gehölz Blüten mit Nektar, welche heimische Insekten wie Bienen und Hummeln anziehen und auch Vögel, wie der Zaunkönig, die Amsel oder das Rotkehlchen fühlen sich in der dichten Hecke wohl, jedoch gibt es viele Heckenpflanzen, die ökologisch wertvoller sind. 

Ein weiterer Nachteil des Gehölzes ist, dass es sich um einen Neophyten handelt, der sich in der freien Natur ausbreitet und die milden Winter problemlos überstehen kann. Speziell durch die Verbreitung durch Vogelkot gelangt der Kirschlorbeer auch in heimische Wälder und verdrängt dort nach und nach heimische Arten. Für viele Gärtner und Naturliebhaber ist dies der wichtigste Grund, den Kirschlorbeer durch eine andere, immergrüne und heimische Heckenpflanze zu ersetzen. 

Diese Pflegeansprüche hat der Kirschlorbeer als Hecke

Wie du bereits gelernt hast, ist der Kirschlorbeer überaus pflegeleicht – auch als Heckenpflanze. So solltest du das Gehölz am besten direkt nach dem Frühjahr anpflanzen und die Wurzelregion ausreichend mulchen, damit die Pflanze bis zum Winter ausreichend starke Wurzeln ausgebildet hat. Gießen musst du das Gehölz nur in starken Trockenperioden. 

Insbesondere der regelmäßige Schnitt ist eine wichtige Pflegemaßnahme für den Kirschlorbeer als Hecke. Hierbei wird zwischen dem Form- und dem Erhaltungsschnitt unterschieden. Den Erhaltungsschnitt darfst du nur zwischen Anfang Oktober und Ende Februar durchführen, denn in diesem Zeitraum kannst du keine Vögel stören, die im Gehölz der Kirschlorbeer-Hecke brüten. Der Formschnitt hingegen darf regelmäßig durchgeführt werden, sollte beim Kirschlorbeer jedoch von April bis Juni stattfinden. Bei dieser Pflegemaßnahme schneidest du deine Hecke so zurecht, wie du sie dir optisch wünschst und erhältst den blickdichten Heckenwuchs. 

Tipp:
Die Sorten „prunus laurocerasus rotundifolia“ (großblättrige Kirschlorbeer) und der aufrechte Kirschlorbeer „Prunus lauroverasus herbergii“ eignen sich für die Heckenpflanzung. 

So lässt sich die Kirschlorbeer-Hecke schneiden

Möchtest du einen Erhaltungsschnitt bei deiner Kirschlorbeer-Hecke durchführen, so findest du den idealen Zeitpunkt für das Schneiden im Spätwinter bis zum Februar. In dieser Zeit steht das Gehölz kurz vor dem erneuten Austreiben und du kannst einen radikalen Rückschnitt in Höhe und Breite durchführen. Warte, bis du einen milden Wintertag antriffst, der leichte Plusgrade aufweist und schneide zu groß gewachsene oder kahl-gewordene Pflanzenteile beherzt zurück. 

Möchtest du hingegen einen leichten Formschnitt durchführen, so bietet sich die Zeit im Juni hervorragend an. Zu diesem Zeitpunkt ist die erste Wachstumsphase abgeschlossen. Wähle einen trockenen, bewölkten und am besten nicht zu heißen Tag aus schneide mit einer Heckenschere vorsichtig alle Äste ab, die aus der Form der Hecke fallen. Einen zusätzlichen kleinen Formschnitt kannst du darüber hinaus im September durchführen. 

Tipp:
Es ist in unserer Region gesetzlich verboten, starke Erhaltungsschnitte zwischen Februar und Oktober durchzuführen – der Grund ist der Schutz der Vögel in der Hecke. 

Jetzt mehr über die Kirschlorbeer-Hecke erfahren!

Beim Kirschlorbeer streiten sich einfach die Geister. Während einige die Vorteile dieser Pflanze schätzen, konzentrieren sich wieder andere auf den niedrigen ökologischen Wert des Heckengehölzes. Wenn du dir eine eigene Meinung bilden möchtest, kannst du gerne einen Blick in unsere weiteren Beiträge zum Kirschlorbeer – zum Beispiel zum Düngen der Pflanze – werfen und dich mit noch mehr Informationen versorgen!