Giersch erkennen – so unterscheidest du die Pflanze!

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Giersch erkennen – so unterscheidest du die Pflanze!

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August 5, 2022
Giersch erkennen

Inhaltsverzeichnis

Im Garten gilt Giersch (Aegopodium podagraria) als Unkraut, welches sehr hartnäckig ist und nur schwer bekämpft werden kann. Doch Giersch ist viel mehr als das, denn die Pflanze ist unter anderem als Heilkraut bekannt. Mit dem Geschmack, der dem der Petersilie ähnelt, ist das Wildkraut auch in der Küche sehr beliebt. Doch wie kannst du Giersch erkennen und worin unterscheidet sich das Kraut im Garten?

Wo kommt Giersch als Pflanze in der Regel vor?

Giersch ist fast überall in Europa verbreitet. Der Doldenblütler bevorzugt einen stickstoffreichen Boden und kommt in Wäldern genauso vor, wie in Gärten. Das Kraut liebt feuchte und schattige Plätze und ist daher häufig unter Gebüschen anzutreffen. 

Am besten gedeiht Giersch auf nährstoffreichen und basenreichen Böden. Doch auch auf humuslose Lehm- und Tonböden oder auf mild bis mäßig sauren Boden kommt er vor. Er bevorzugt sickerfrische oder grundfrische tiefgründige Böden. In den Alpen steigt er bis zu einer Höhe von 1360 Metern über Meer auf.

Die bekanntesten Merkmale zur Erkennung vom Giersch

Wenn du Giersch erkennen möchtest, solltest du vor allem auf die Blätter der Pflanze achten. Auch die Blüten und Früchte sind wichtige Erkennungsmerkmale. Eine Verwechslung kann schwere Folgen haben. Denn Giersch sieht zum Beispiel dem giftigen Schierling oder der Hundspetersilie sehr ähnlich. Anhand dieser Merkmale kannst du das Unkraut erkennen:

Blätter: 

Am besten kannst du Giersch anhand seiner Blätter erkennen. Sie sind in Blattspreite und Blattstiel unterteilt. Die Blattspreite gliedert sich in dreifache Fiederblättchen auf und der Stiel wird etwa 20 cm lang. An der unteren Seite sind die Blätter behaart und die Farbe der Blätter ist blau- bis mittelgrün. Auf der Oberseite sind die Blätter kahl. Am Rand sind Gierschblätter zackig und die eiförmige Form läuft zum Ende hin spitz zu.

Blüten: 

Ab Juni und bis in den August, seltener bis September, erscheinen die Blüten. Als Doldenblütler ist der Giersch im Garten nur schlecht von anderen Wildkräutern zu unterscheiden. Denn es gibt eine ganze Menge anderer Unkräuter, die ähnliche Blüten besitzen und zu den Doldenblütlern zählen. Auf langen Stielen sitzen pro Blütenstand etwa 10 bis 20 Dolden. Die Farbe ist weiß bis rosa/rötlich. 

Früchte: 

Aus den Blüten entwickeln sich später Samenstände. Diese sehen mit einer grünen und später braunen Farbe nicht allzu spektakulär aus. Wenn du Giersch an seinen Früchten erkennen möchtest, musst du ganz genau hinschauen. Die Samen sind etwa 3 bis 4 mm lang, glatt und einförmig. Sie erinnern optisch ein wenig an Kümmel. Das kommt nicht von ungefähr, denn die Pflanze Giersch ist mit Kümmel verwandt.

Weitere Tipps zur Erkennung des Giersch

Neben den von uns bereits genannten Merkmalen gibt es aber noch einige weitere Indizien, anhand denen du erkennen kannst, ob es sich bei der Pflanze um Giersch handelt. Die folgenden Indizien vereinfachen dabei die Erkennung der Pflanze:

  • Die Wurzeln sind weiß und werden bis zu 3 Millimeter dick.
  • Giersch tritt immer als Bodendecker auf und nicht als Einzelpflanze.
  • Giersch bleibt auch im Winter grün.
  • Ein weiteres Indiz sind der Geruch und der Geschmack, diese erinnern stark an Petersilie und etwas an Spinat.
  • Die Blüten schmecken leicht süßlich, während die Samen ein eher strenges und scharfes Aroma aufweisen.

Die wichtigste und eindeutigste Regel zur Bestimmung von Giersch ist die sogenannte Dreierregel. Diese sagt aus, dass die Blattstängel eine dreikantige Form besitzen. Die Blattgruppen sind dreifach unterteilt und der Stiel geht in drei Blattgruppen über.

Diese Doppelgänger des Giersch werden zur Gefahr

Aus derselben Pflanzenfamilie gibt es einige Arten, deren Blüten denen des Giersch sehr ähnlich sind. Dazu gehören zum Beispiel die Hundspetersilie oder der gefleckte Schierling. Da beide allerdings giftig sind, kann eine Verwechslung böse Folgen haben. Anhand der folgenden Punkte kannst du Giersch von dem gefleckten Schierling und der Hundspetersilie unterscheiden:

  • Die Hundspetersilie hat viel feiner gegliederte und gefiederte Blätter, welche am Rand tief eingeschnitten und nicht gesägt sind.
  • Der gefleckte Schierling unterscheidet sich anhand der rötlichen Flecken am Stängel von dem grünen Stiel des Giersch.
  • Beim Giersch sind markante Erkennungsmerkmale: der dreikantige Stängel und die dreigeteilten Blätter mit jeweils dreigeteilten einzelnen Blättern.

Zudem gibt es noch einige weitere ähnliche Gewächse, die allerdings nicht gefährlich sind, wie zum Beispiel die Wilde Möhre, die Bibernelle, der Breitblättrige Merk und die Wald Engelwurz. Allerdings kann der Breitblättrige Merk nach Verzehr abführen wirken. Mehr zu möglichen Doppelgängern erfährst du in unserem weiteren Beitrag.

Der Geruchs- und Geschmackstest als Absicherung

Erst wenn du dir sicher bist, dass es sich bei der Pflanze nicht um die zuvor genannten giftigen Doppelgänger handelt, solltest du einen Geruchs- und Geschmackstest absolvieren. Wenn du Giersch mit den Fingern zerreibst, riecht er wie eine Mischung aus Petersilie und Möhre. Da er auch ähnlich wie Petersilie schmeckt, wird er gerne Waldpetersilie genannt. Sein Geschmack erinnert aber auch an Spinat, denn er ist frisch, aromatisch und würzig. Solange der Geschmackstest erfolgreich umgesetzt werden kann, wirst du Giersch bei dir im Garten gut erkennen.

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