Ist die Amaryllis giftig? Darauf solltest du achten! 

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Ist die Amaryllis giftig? Darauf solltest du achten! 

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Juni 17, 2022
amaryllis giftig

Inhaltsverzeichnis

Wenn Gärtner und Gärtnerinnen von der Amaryllis (hippeastrum) reden, dann wird in der Regel vom Ritterstern gesprochen. Diese Zimmerpflanze entspringt einer Zwiebel und präsentiert pünktlich zu den Weihnachtsfeiertagen ihre großen und auffälligen Blütenblätter. Doch alles, was schön ist, hat auch seinen Preis – so gilt die Amaryllis als eine giftige Pflanze für Mensch und Tier. Doch wie giftig ist die Amaryllis dabei? Wir erklären dir, wie stark der Giftgehalt der Amaryllis ist und wie du am besten mit ihr umgehen solltest!

Achtung: die Sorten der Amaryllis sind giftig!

Die Amaryllis, die wir immer wieder im Winter auf Fensterbänken und Küchentischen bewundern können, ist tatsächlich keine echte Amaryllis (Amaryllis belladonna). Diese Pflanze stammt ursprünglich aus Südafrika und blüht bereits im Herbst. Unsere Amaryllis hingegen gehört zu der Gattung hippeastrum – auch Ritterstern genannt –, blüht im Winter und stammt aus Südamerika. 

Beide Amaryllis-Sorten gehören jedoch zu den Amaryllisgewächsen und sehen sich nicht nur optisch ähnlich. Auch in Hinsicht auf ihre Toxizität gibt es keine Unterschiede. So beinhalten die echte Amaryllis wie auch der Ritterstern hochgiftige Amaryllidaceen-Alkaloide. Dieser Giftstoff lässt sich darüber hinaus auch in den verwandten Narzissen sowie Narzissen-Gewächsen entdecken. 

Diese Symptome treten bei Menschen auf 

Wusstest du, dass die Südafrikaner damals Extrakte aus der Zwiebel der echten Amaryllis gewonnen und diese als Gift für ihre Pfeilspitzen genutzt haben? Anhand dieser historischen Tatsache kannst du dir wahrscheinlich bereits ausmalen, wie giftig die Amaryllis – ob belladonna oder hippeastrum – wirklich ist. 

So hübsch die Amaryllis-Blüten auch sind, so giftig sind die Blätter und Pflanzenteile. Sie beinhaltet Alkaloide, die tödlich-giftig wirken können. Die höchste Gift-Konzentration lässt sich dabei in den Zwiebeln der Pflanze finden, wie auch schon die Bewohner Südafrikas herausgefunden haben. Die giftigen Extrakte der Pflanze beinhalten dabei folgende schädliche Stoffe: 

  • Amelin 
  • Lycorin
  • Caranin
  • Acetylcaranin
  • Undulation

Bereits wenige Gramm der Amaryllis können nach Einnahme also Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Die schädlichen Stoffe wirken sich auf das Nervensystem aus und können Kinder bereits ab einem Verzehr von zwei bis drei Gramm der Zwiebelschale der Amaryllis gefährlich vergiften. 

Wenn ein Mensch Pflanzenteile der Amaryllis konsumiert, wirken die Giftstoffe zelltoxisch. Das bedeutet, dass sie unsere Körperzellen schädigen, bis diese absterben. Körperliche Symptome nach Verzehr der giftigen Amaryllis können dabei folgende sein: 

  • Benommenheit
  • Leichte bis starke Übelkeit
  • Durchfall und Erbrechen
  • Starke Schwindelgefühle 
  • Schweißausbrüche 
  • Herzrasen

Bei einem besonders großen Konsum der Giftstoffe können diese sich sogar auf die Niere auswirken und Nierenbeschwerden bis hin zum Versagen der Niere auslösen. Bei besonders schlimmen Fällen können auch die Atemwegsorgane beeinträchtigt oder gelähmt werden. Die Amaryllis kann somit tödlich-giftig sein – ihre Gefahr solltest du nicht unterschätzen!

So lässt sich im Ernstfall Erste Hilfe leisten

Solltest du bemerken, dass dein Nachwuchs oder eine andere Person aus Versehen Pflanzenteile der Amaryllis konsumiert hat, dann gilt es, schnell zu handeln. Vor allem bei Kindern solltest du den Mundbereich gründlich auf übrig-gebliebene Pflanzenteile der Amaryllis untersuchen und direkt entfernen. Die betroffene Person zum Erbrechen zu bringen, gilt dabei als keine gute Lösung, denn es besteht die Gefahr, dass Erbrochenes in die Atemwege gelangt und dort für weitere Beschwerden sorgt. 

Gib der betroffenen Person stattdessen viel klares und stilles Wasser und suche sofort einen Arzt auf. Im Idealfall bringst du die Amaryllis-Pflanze direkt mit zum Arzt und erklärst, dass der scheinbare Verzehr dieser Pflanze die jeweiligen Symptome ausgelöst hat. Wenn du dir besonders unsicher bist und nicht lange warten möchtest, kannst du auch den lokalen Giftnotruf wählen oder dich an das örtliche Giftinformationszentrum wenden – diese gibt es in allen Regionen Deutschlands und können dir weiterhelfen!

Der Hautkontakt mit der Amaryllis

Nicht nur der Verzehr des Rittersternen-Gewächs solltest du vermeiden, auch der direkte Kontakt zur Haut kann schädlich sein. Schneidest du zum Beispiel verwelkte Blütenstände ab, kann es vorkommen, dass sich Hautreizungen, Schwellungen oder sogar Entzündungen entwickeln. Dementsprechend wird dazu geraten, bei der Arbeit mit der Amaryllis ausschließlich Handschuhe zu tragen. Bereits kleine Mengen der Giftstoffe reizen die Haut.

Auch für Haustiere eine realistische Gefahr

Wenn die Amaryllis für uns Menschen gefährlich ist, dann ist sie das erst recht für unsere Haustiere. So neigen Katzen und Hunde dazu, mit Vorliebe an unseren Hauspflanzen zu knabbern, wenn sie Langeweile haben. Dies kann im Falle der Amaryllis nicht nur ärgerlich für den Besitzer sein, sondern tödlich für das Haustier enden. 

Solltest du eine Vergiftung deiner Katze oder deines Hundes vermuten, gilt es, genau wie beim Menschen, schnell zu handeln. Bringe dein Tier sofort zum Tierarzt oder Nottierarzt und schildere deinen Verdacht. Im Idealfall kannst du den Namen der Pflanze nennen oder ein Foto der Amaryllis zeigen, die du zu Hause besitzt. Löse niemals ein Erbrechen deines Haustieres aus, denn hiermit kannst du noch mehr Schaden anrichten. In der Regel können Tierärzte schnell für Linderung bei deiner Fellnase sorgen. 

Die wichtigsten Vergiftungssymptome bei Haustieren

Nicht nur die Bissspuren oder abgebissenen Pflanzenteile der Amaryllis weisen darauf hin, dass dein Stubentiger etwas zu viel Langeweile oder dein Hund zu hohe Neugierde besaß, auch die folgenden Symptome können dir zeigen, dass etwas nicht stimmt und dein Haustier sich eventuell vergiftet hat: 

  • Erhöhter und vermehrter Speichelfluss
  • Erbrechen und Durchfall
  • Taumeln und Benommenheit
  • Krämpfe, die mit starkem Zittern einhergehen

Neben diesen harmlos wirkenden Symptomen können die Giftstoffe der Amaryllis jedoch weitaus schwerwiegendere Symptome bei deinem Haustier auslösen. So können auch Herzrhythmusstörungen auftreten, die im schlimmsten Fall einen Herzstillstand verursachen. Zögere also niemals, wenn du eine Vergiftung bei deinem Haustier vermutest, und bringe es zum Tierarzt!

Darauf ist beim Schutz vor der Amaryllis zu achten

Der wohl wichtigste Schutz vor einer Vergiftung der Amaryllis ist das Bewusstsein über ihre Toxizität. So solltest du immer darauf achten, Handschuhe zu tragen, wenn du die Pflanze umtopfst oder Pflanzenteile entfernst und abschneidest. 

Die entfernten Pflanzenteile sollten dabei niemals einfach irgendwohin gelegt werden, bis du sie richtig entsorgst. Gib sie direkt in den Haushaltsmüll und verschließe diesen, sodass neugierige Kleinkinder oder Haustiere keinen Zugang zu den Pflanzenteilen haben. Darüber hinaus bietet es sich an, die wunderschöne Zwiebelblume an einem Ort zu positionieren, an den weder deine Haustiere noch Kinder gelangen können. 

Unsere Tipps zur Kultivierung der giftigen Pflanze!

Die Amaryllis ist eine wunderschöne Pflanze, die dich auch trotz ihrer Toxizität nicht abschrecken sollte. Mit einigen Vorkehrungen und dem notwendigen Wissen aus diesem Text ist es dir möglich, die Amaryllis in deinem Zuhause zu genießen, ohne dich selbst, deine Haustiere oder andere Bewohner in Gefahr zu bringen. Erfahre noch mehr über die Pflege der Amaryllis – zum Beispiel in unserem Beitrag zum Gießen der hippeastrum-Pflanze!

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