Mehltau an der Tomate – so wirst du ihn los!

Lesezeit: 4 Minuten

Mehltau an der Tomate – so wirst du ihn los!

|
Oktober 12, 2022
Tomate Mehltau

Inhaltsverzeichnis

Wer seine Tomaten im Garten hegt und pflegt, der ärgert sich vor allem über das Auftreten einer Tomatenkrankheit: dem Mehltau! Genau genommen handelt es sich beim Mehltau nicht um eine Krankheit, sondern um einen Pilzerreger, der jedoch das Potenzial besitzt, dein Nachtschattengewächs krankzumachen. Wie genau du Mehltau erkennst und erkrankte Tomatenpflanzen behandelst, erklären wir dir in diesem Beitrag!

So erkennst du Echten Mehltau an der Tomate

Es gibt nicht nur eine Art des Mehltaupilzes, die deine Tomatenpflanzen und Gurken befallen kann, sondern gleich zwei Arten: Der Echte und der Falsche Mehltau. Da die Behandlungsmöglichkeiten in Abhängigkeit zum jeweiligen Pilzerreger variieren, schauen wir uns zunächst an, wie du den Mehltau erkennst und die beiden Sorten voneinander unterscheiden kannst. 

Der Echte Mehltau wird auch Schönwetterpilz genannt, denn er tritt bereits im Frühjahr ab Ende Mai auf, wenn die Tage besonders trocken und heiß sind. Insbesondere warme und trockene Sommertage in Kombination mit kühleren Nächten schafft die idealen Voraussetzungen für den Echten Mehltau. Er entsteht, weil sich nachts Tau auf die Tomatenblätter setzt und somit die Keimung des Pilzes ermöglicht. Du erkennst den Echten Mehltau an dem folgenden Schadbild: 

  • Echter Mehltau sitzt oberflächlich auf den Blättern.
  • Der Pilz dringt bis in das Blattgewebe ein.
  • Echter Mehltau ernährt sich von dem Zellsaft der Blätter.
  • Die Pilzsporen können durch den Wind sowie Insekten auf andere Pflanzen übertragen werden. 
  • Die Knospen, Blüten und Triebspitzen werden befallen und verfärben sich braun. Im weiteren Verlauf trocknen die Pflanzenteile vollständig aus.
  • Das Laub wächst deformiert und Blütenknospen treiben nicht aus. 
  • Du erkennst weiche Flecken oder einen haarigen Belag auf der Blattoberseite.

Während der Echte Mehltau der Schönwetterpilz ist, stellt der Falsche Mehltau das Gegenteil, nämlich den Schlechtwetterpilz, dar. Er tritt somit vor allem dann auf, wenn das Wetter regnerisch und feucht ist oder die Blätter deiner Tomaten zu häufig nass werden. Du erkennst den Falschen Mehltau an den folgenden Merkmalen: 

  • Pilz dringt tief in das Pflanzgewebe der Blattunterseite ein und kann sich im Pflanzeninneren weiter ausbreiten.
  • Früchte werden von einem Pilzrasen überzogen.
  • Blätter verfärben sich braun.
  • Die gesamte Pflanze leidet und kann absterben. 
Tipp:
Der Mehltau gilt als giftig und sollte nicht verzehrt werden. Auch befallene Früchte gelten als ungenießbar und sollten von dir entsorgt werden. 

Warum entsteht Mehltau an der Tomate?

Wie du bereits lesen durftest, entsteht der Echte Mehltau vor allem dann, wenn die Tage besonders heiß und trocken und die Nächte hingegen verhältnismäßig kühl sind. So entsteht Tau, der sich auf die Blätter deiner Tomatenpflanzen setzt und einen hervorragenden Nährgrund für die Sporen des Mehltaus bieten. 

Darüber hinaus führen auch ein unpassender Standort sowie eine falsche Pflege zum Auftreten von Mehltau. Insbesondere dann, wenn du die Tomatenpflanzen von oben gießt und die Blätter benässt, erhält der Schönwetterpilz die besten Voraussetzungen für einen Befall. Darüber hinaus solltest du auch auf einem ausreichenden Pflanzabstand zwischen deinen Tomaten im Gewächshaus achten. Stehen die Pflanzen zu eng, staut sich die Luft zwischen den Blättern was für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgt. 

Tipp:
Halte bei deinen Tomaten einen Pflanzabstand von mindestens 50 Zentimetern ein, damit die Pflanzen luftig stehen.

Diese Mittel wirken gegen starken Mehltau

Selbst, wenn die Pflege deiner Tomaten zu einhundert Prozent stimmt und auch der Standort ideal ist, kann es vorkommen, dass deine Nachtschattengewächse stark vom Echten Mehltau befallen werden. In solch einem Fall gilt es zunächst, alle befallenen Pflanzenteile von der Pflanze zu entfernen und im Hausmüll – nicht im Kompost – zu entsorgen. So vermeidest du eine weitere Ausbreitung des Pilzes auf die gesamte Pflanze sowie auf die Nachbarn deiner erkrankten Pflanze. Darüber hinaus kannst du die folgenden Mittel zur Bekämpfung von Mehltau verwenden: 

  • Milch-Wasser-Mischung: Vermenge Milch mit Wasser in einem Verhältnis von 1:9 und besprühe die Pflanze wöchentlich damit. 
  • Natron-Wasser-Mischung: Vermenge eine Packung Natron mit zwei Litern Wasser und 20 Milliliter Öl und sprühe das Gemisch alle zwei Wochen auf die Pflanze. 
  • Knoblauchsud: Zerkleinere vier Knoblauchzehen und übergieße diese mit einem Liter kochendem Wasser. Besprühe die Tomaten alle paar Tage mit dem Sud. 

Warum chemische Schutzmittel nicht optimal sind

Wer den Echten Mehltau mit Spritzmitteln oder chemischen Pflanzenschutzmitteln bekämpfen möchte, der sorgt in der Regel dafür, dass das Üble mit etwas noch Üblerem bekämpft wird. Auch, wenn Pflanzenschutzmittel effektiv gegen Mehltau helfen können, sorgt die Verwendung dieser dafür, dass die Wahrscheinlichkeit eines Befalls mit der Braunfäule oder der Dürrefleckenkrankheit sowie der Blütenendfäule deutlich höher steigt. 

Somit kann es sein, dass du eine Pilzerkrankung durch einen neuen Pilzerreger ersetzt, weil die Tomatenpflanze sich aufgrund der chemischen Mittel nicht ausreichend gegen den neuen Erreger wehren kann. Greife also lieber zu natürlichen Mitteln, wie: 

  • Kieselsäure oder Schachtelhalmextrakt
  • Staudenknöterich, beziehungsweise Milsana
  • Anis oder Fenchel
  • Geeignete Mikroorganismen

Auch Nützlinge können Schädlinge beseitigen

Nicht nur chemische Pflanzenschutzmittel oder selbst hergestellte Hausmittel eignen sich zur Bekämpfung von Mehltau – es gibt noch eine viel natürlichere Lösung: Nützlinge! Wenn von Nützlingen gesprochen wird, dann sind damit Insekten gemeint, die kleine Helferlein für die Bekämpfung des Echten Mehltaus sein können. 

Zu diesen Insekten gehören der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata) sowie der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer (Psyllobora vigitiduopunctata). Insbesondere der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer ist auch als Pilz-Marienkäfer bekannt, denn das Insekt legt seine Eier in die Nähe des Pilzes ab. Die Larven, die anschließend aus den Eiern schlüpfen, ernähren sich von dem Echten Mehltau und machen dem Pilzerreger so auf natürliche Art und Weise den Gar aus. Bereits eine kleine Marienkäfer-Population reicht aus, um den Schönwetterpilz zu bekämpfen. 

Erfahre mehr über die Bekämpfung von Krankheiten!

Nicht nur der Echte Mehltau stellt eine Gefahr für die Gesundheit deiner Tomatenpflanze und somit deiner Ernte dar. Auch andere Schädlinge und Pilzkrankheiten, wie die Blattlaus oder die Braunfäule sind eine wahre Gefahr für deine Nachtschattengewächse. Erfahre also noch mehr über die Braunfäule und ihre effektive Vorbeugung und Bekämpfung direkt am Boden – in unserem Beitrag zu diesem Thema!

hello world!
magnifiercrossmenuarrow-left