Pflege und Gestaltung eines Gardenia Bonsai

Lesezeit: 6 Minuten

Pflege und Gestaltung eines Gardenia Bonsai

|
Januar 20, 2022

Inhaltsverzeichnis

Gardenia sind edle Pflanzen mit glänzenden Blättern und wunderbar duftenden Blüten. Im Sommer treibt der kleine Baum Blüten und neue Triebe aus. Die schnittverträgliche Gardenia eignet sich prächtig zur Kultivierung als Bonsai. In der Pflege gibt es einige Tricks, mit denen die Pflege leichter vonstattengeht:

Gardenia Bonsai düngen – so gelingt es!

Die Gardenie darf in der Wachstumsphase alle 14 Tage gedüngt werden, um das Wachstum zu maximieren. Im Winter benötigt sie nur einmal im Monat Dünger, wenn der Bonsai nicht in einer Ruhephase ist, in der Ruhephase benötigt der Bonsai keine Düngung. Um das Wachstum deiner Gardenie zu fördern, kannst du sie mit kalkfreiem Dünger düngen. 

Es ist nicht empfehlenswert den Bonsai während der Blüte zu düngen, da die Lebensdauer der Blüten somit drastisch reduziert wird. 

Tipp: Für deine Gardenie eignen sich Biogold und Hanagokoro sehr gut, alternativ kannst du auch Bonsaiflüssigdünger verwenden, das Wichtigste ist, dass der Dünger kalkfrei ist. 

Wie gieße ich meinen Gardenia Bonsai richtig?

Dieser Bonsai ist vergleichsweise durstig, im Sommer kann es passieren, dass er mehrfach an einem Tag gegossen werden muss. Die Erde darf nie vollständig austrocknen, da ansonsten feine Wurzeln absterben. Zwischen Frühling und Sommer benötigt der Bonsai weiterhin regelmäßig Wasser. Am betsen verwendest du zum Gießen nur kalkfreies Wasser, da der Bonsai kein Leitungswasser verträgt. 

Wenn du deinem Gardenie Bonsai etwas Gutes tun möchtest, sprühe seine Blätter mit Regenwasser ein. Vermeide im Winter übermäßiges Gießen, um Staunässe zu verhindern, da der Wasserbedarf im Winter nicht allzu hoch ist.

Der optimale Standort für deinen Gardenie Bonsai

In der Wachstumsperiode von Mai bis September darf der Gardenie Bonsai draußen an einem hellen und luftigen Standort platziert werden. Vermeide jedoch die direkte Sonneneinstrahlung, da das Sonnenlicht zur Mittagszeit zu intensiv ist. Im Winter wird sie ebenfalls an einem hellen und luftigen Standort platziert. Die Temperatur darf ca. zehn Grad nicht überschreiten, da der Bonsai im Winter während seiner Ruhephase kühl gehalten werden muss. 

Wann muss der Gardenie Bonsai umgetopft werden?

Die Gardenie wird im Frühjahr, ca. alle zwei bis drei Jahre,  bevor die Knospenbildung einsetzt, umgetopft. Wenn der Wurzelballen die gesamte Bonsaischale ausfüllt, ist die Zeit zum Umtopfen gekommen. Das Wurzelsystem kann um ca. ein Drittel beschnitten werden, dabei werden auch Pfahlwurzeln entfernt bzw. gekürzt. Pfahlwurzeln sind sehr lange Wurzeln, die tief in die Erde ragen. Außerdem dürfen feine Wurzeln nicht zu lang sein, da sie die Drainage verstopfen können. Wenn deine Gardenie in der neuen Bonsaischale steht, solltest du ihre Blätter häufiger einsprühen und nur gießen, wenn die Erdoberfläche trocken ist. 

Die perfekte Erde für deinen Gardenia Bonsai!

Deine Gardenie fühlt sich sehr wohl, wenn sie in einem kalkfreien Bonsaisubstrat gepflanzt wird. Dieses Substrat kann entweder komplett, oder aus Teilen aus Kanumaerde bestehen, da Kanumaerde der Schwamm unter den Erden ist und Wasser sehr gut aufnehmen kann. Alternativ kannst du eine Mischung aus Anzuchterde, Akadamaerde und etwas Sand mischen und darin den Bonsai pflanzen.

Gardenie Bonsai vermehren - so gelingt es!

Der Gardenie Bonsai kann durch Stecklinge vermehrt werden. Die Stecklinge kannst du entweder im Frühjahr pflanzen, wenn das Holz noch grün ist, oder im Sommer, wenn das Holz so langsam reif wird. Die Stecklinge sollten ca. acht bis zehn Zentimeter lange Triebe mit möglichst kurzen Internodien sein. Besonders wohlfühlen sich die Stecklinge in einer Erdmischung aus Torf und Sand, in einer niedrigen und langen Anzuchtschale mit Drainagelöchern. 

Die Anzuchtschale wird an einen warmen Ort ohne Zugluft gestellt, dort trocknet der Boden schnell aus. Aus diesem Grund ist es wichtig darauf zu achten, dass du den Boden regelmäßig befeuchtest. Die Anzuchterde darf niemals Anzeichen von Staunässe zeigen, das kann zum Tode der Pflanze führen. Nach drei bis vier Wochen wird der Steckling die ersten Wurzeln geschlagen haben und freut sich in der Zeit danach in einem Abstand von ein bis zwei Wochen über Bonsaidünger.


Tipp: Schneide die Stecklinge an der zukünftigen Wurzelstelle um  45 Grad ein, um das Wurzelwachstum zu beschleunigen.

Ist der Gardenie Bonsai winterhart?

Die Gardenie wird im Winter als Zimmerbonsai gehalten, da sie nicht frostfest ist und den Winter im Freien nicht überleben würde. Allerdings muss sie im Herbst etwas kälter gestellt werden und im Winter von über 15 Grad umgeben sein.  Da die Pflanze im Winter nicht so viele Nährstoffe benötigt, muss sie im Winter weniger gegossen und wenn überhaupt einmal im Monat gedüngt werden. Schlussendlich ist die Gardenie nicht winterhart.

Mögliche Krankheiten des Gardenie Bonsai

Eine gelblich-weiße Verfärbung der Blätter bedeutet, dass die eine oder andere Bodenbeschaffenheit nicht stimmt, was sich dadurch beheben lässt, dass der Boden zu kalt oder feucht ist.

Es gibt auch Schädlinge, die deine Pflanze befallen können – Schildläuse sind im Frühling und Sommer auf den Pflanzen aktiv und können an ihren flachen, ovalen bis halbkugelförmigen Schilden erkannt werden. Sie befinden sich hauptsächlich auf der Unterseite der Blätter. Betroffene Blätter können von der Pflanzen entfernt werden.

Die beste Abwehr gegen Krankheiten ist eine gesunde Nährstoffversorgung und eine regelmäßige Kontrolle der Blätter und des Stammes. Sobald du einen Schädlingsbefall feststellst, spritze die Pflanze mit einem Wasserstrahl ab, sodass alle Schädlinge von der Pflanze fallen.

Gardenie Bonsai richtig drahten - so wird’s gemacht!

Da die Äste der Gardenie nicht allzu schnell verholzen, lässt sich dieser Bonsai gut in Form bringen, da seine Äste länger biegsam sind. Trotzdem empfehlen wir dir deinen Bonsai erst zu drahten, wenn die Triebe halb verholzt sind, normalerweise geschieht das im Oktober. Der im Oktober angebrachte Draht wird im Februar wieder entfernt, da nun das Dickenwachstum der Stämme wieder stärker wird. Wenn der Draht nicht geweitet wird, besteht die Gefahr, dass der Draht in die Rinde einwächst und so unschöne Narben in der Rinde hinterlässt. Daher solltest du ab Mitte Januar deinen Bonsai regelmäßig überprüfen, wann es Zeit ist den Draht zu entfernen. 

Gardenie Bonsai schneiden - Zeitpunkt & Schnittechnik

Um eine weitreichende Verzweigung in der Baumkrone zu erreichen, müssen Äste, Triebe und Zweige in regelmäßigen Abständen zurückgeschnitten werden. Der Rückschnitt sollte kurz nach der Blüte (ca. Mai) passieren. Ab Juli wird der Bonsai nicht mehr geschnitten, da sich bereits neue Knospen auf den Triebspitzen gebildet haben. 

Wenn du deinen Bonsai nach Juli schneiden würdest, riskierst du, dass er im nächsten Jahr nicht viel austreibt, da du die neuen Knospen abgeschnitten hast. Um die Wundheilung zu fördern, empfehlen wir Wundverschlussmittel zu nutzen. Beim Schneiden deines Bonsai raten wir dir immer mit einer scharfen Konkavzange zu arbeiten, da sie einen sauberen Schnitt hinterlässt, der schnell verheilen kann. Mit einer Garten- oder Haushaltsschere quetschst du den Ast eher ab als dass du ihn schneidest.

Passender Bonsaiform zur Gardenie Bonsai.

Mehrstämmige Gardenie Bonsai (Kabudachi) sind sehr beliebt, da die Stammdicke nur langsam zunimmt. Jedoch ist dieser Bonsai ein echter Allrounder, mit den entsprechenden Drahtkünsten kannst du deine Gardenia in jede Form bringen. Kaskadenformen (Kengai) und aufrechte Formen (Moyogi oder Chokkan) sind sehr beliebt.

So sehen die Blüten des Gardenie Bonsai aus.

Ein sehr beeindruckender Vorteil der Gardenie ist seine Blütenpracht. Um diese Blütenpracht hervorzulocken, muss man bereits im Winter einige Dinge beachten:

Um die Knospenbildung anzuregen, sollte die Temperatur nachts und tagsüber um die 10 Grad liegen. Die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sollten nicht höher als 5 Grad sein, da die Blüte ansonsten nicht lange an dem Bonsai bleibt, sondern früher abgeworfen wird.

Die passende Bonsaischale zum Gardenie Bonsai!

Je nachdem in welchem Stil dein Bonsai wächst, kannst du dich nach der entsprechenden Bonsaischale umschauen, denn nicht für jeden Stil wird dieselbe Schale verwendet. Wenn deine Gardenia im Kaskadenstil wächst, achte darauf, dass der Topf ausreichend Gegengewicht mit sich bringt, sodass der Bonsai nicht umkippen kann. Falls du eine ovale Baumkrone in einem aufrechten Stil hast, solltest du auf eine rechteckige Bonsaischale mit abgerundeten Ecken zurückgreifen. Wenn deine Gardenia in einer Gruppe wächst (z.B. Waldform) ist eine große rundliche Schale ratsam. 

hello world!

Verwandte Themen

Mehr Artikel laden
magnifiercrossmenuarrow-left