Bonsai Fächerahorn (Acer Palmatum) - Pflegeanleitung

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Bonsai Fächerahorn (Acer Palmatum) - Pflegeanleitung

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November 20, 2021
bonsai fächerahorn

Inhaltsverzeichnis

Der japanische Fächerahorn ist ein bisschen der Elefant unter den Bonsais. Er bleibt zwar viel, viel kleiner als andere Ahorne, dennoch kann er für einen Bonsai ganz schön groß werden: bis zu sechs Meter. Im Herbst leuchtet der Acer Palmatum in prächtigen Rot-, Gold- oder Orangetönen und lässt jeden Garten oder Balkon hell erstrahlen. Wir haben dir hier alle Wissenswerte über den Palmatum zusammengefasst.

Überblick

  • Gießen: das Substrat immer feucht halten und im Sommer täglich gießen
  • Standort: sonnig bis Halbschatten
  • Umtopfen: im Frühjahr
  • Verdrahtung: Hier geht's zur Anleitung
  • Substrat: Bonsai-Erde, z.B. Akadama Bonsai-Erde; das Wasser muss abfließen können
  • Düngung: im Winter monatlich, im Sommer alle zwei Wochen
  • Winterhart: bis zu Minusgraden, dann ins Haus holen

Standort für den Bonsai Fächerahorn 

Der japanische Fächerahorn gedeiht sehr gut an sonnigen und luftigen Standorten - auch im Sommer. Falls die Temperaturen mal auf über 30 Grad Celsius ansteigen, sollte der Fächerahorn in den Schatten gestellt werden, um die Blätter zu schützen. Auch für rötliche Blattpaare darf der Ahorn nicht zu sonnig stehen, da ansonsten braune Blattspitzen entstehen. Im Schatten tendieren die roten Blätter dann stattdessen ins Grünliche, da der Bonsai im Schatten mehr Chlorophyll produziert. 

Grundsätzlich ist der Acer Palmatum als Bonsai winterhart. Jedoch wird es bei leichten Minustemperaturen meistens schon kritisch. Aus diesem Grund muss der Fächerahorn im Winter entweder mit speziellen Folien geschützt oder beispielsweise im Wohnzimmer an ein sonniges Fenster platziert werden.

Richtige Düngung

Die optimale Düngemenge ist natürlich immer von der Art des Düngemittels abhängig. Befolge auf jeden Fall die Anweisungen wie sie auf deiner Düngemittelverpackung beschrieben sind. Falls du dir unsicher bist, solltest du erstmal lieber etwas weniger Dünger verwenden oder den Gärtner deines Vertrauens fragen.

In der Regel benötigt dein Acer Palmatum ab dem Herbst einmal im Monat Dünger und im Sommer alle zwei Wochen. Zu viel Düngung kann die Wurzeln beschädigen und den kleinen Ahorn sehr belasten.

Gewusst?
Für die Anzucht ist es wichtig, dass du eine stickstoffreiche, mineralische Düngung verwendest. Später solltest du einen stickstoffärmeren Dünger nehmen.

Schnitt und richtig verdrahten

Deinen Bonsai Fächerahorn kannst du das ganze Jahr über schneiden und verdrahten. Dickere Äste sollten in der Wachstumsperiode geschnitten werden. So wächst der Schnitt schneller zu und der Bonsai erholt sich rascher. Größere Wunden am Bonsai solltest du mit Wachs bedecken, damit keine Pilze eindringen und den Bonsai schwächen können. Der Fächerahorn ist ziemlich anfällig für Pilze. Dazu lies dir bitte das letzte Kapitel dieses Artikels durch.

Kleinere Äste kannst du bedenkenlos auf ein oder zwei Blattpaare zurückschneiden. Hier kommt es dann letztendlich sehr auf die eigene Inspiration an, wie der Austrieb aussehen soll. Wie du deinen japanischen Fächerahorn als Bonsai korrekt verdrahtest, erfährst du in diesem Artikel.

bonsai fächerahorn
Bonsai Fächerahorn

Umtopfen

Wir empfehlen, den Bonsai alle zwei Jahre in eine größere Bonsai-Schale umzutopfen. Auch wenn der Fächerahorn als Bonsai gezogen wird, wachsen ihm starke Wurzeln, die sich schnell ausbreiten und die Schale meist in kurzer Zeit ausfüllen. Um die Wurzeln zurechtzuschneiden, beachte folgende Schritte:

  • Lockere die Erde rund um den Baum.
  • Hieve vorsichtig den Bonsai aus der Erde.
  • Schüttle die Erde ab.
  • Schneide die Wurzeln mit einer Gartenschere um zirka ein Fünftel zurück.
  • Pflanze den Bonsai in dieselbe oder in eine etwas größere Schale, je nachdem, ob du möchtest, dass der Bonsai viele Triebe bildet.

Die Wurzeln solltest du auf jeden Fall beim Umtopfen schneiden, um das Wachstum des Ahorns besser zu kontrollieren. Auch wachsen die Wurzeln dann wieder besser, da sie mehr Platz zur Verfügung haben.

Tipp: Besonders wohlfühlt sich der Bonsai in einer leichten wasserdurchlässigen Bonsai-Erde, die konstant feucht gehalten wird.

So gießt du deinen Bonsai Fächerahorn 

Den Sommer über benötigt dein Bonsai Ahorn tägliche Wassergaben, da er sich im vollen Wachstum befindet. Am besten wäre Regenwasser, das sehr kalkarm ist. An sehr heißen Tagen mit über 30 Grad solltest du den Baum auch mehrmals am Tag gießen. Achte aber darauf, dass das Wasser gut abfließen kann und keine Staunässe entsteht.

Am besten gießt du den Bonsai früh am Morgen oder am späten Nachmittag. Bei voller Tageshitze wäre der Temperaturschock zu stark. Außerdem würde viel vom Wasser sofort wieder verdampfen. Wir haben einen eigenen Artikel darüber verfasst, wie du deinen Bonsai optimal gießt. Hier kommst du zum Artikel.

Überwinterung

Grundsätzlich ist der Fächerahorn ein winterharter Freilandbonsai, der Temperaturen bis zum Gefrierpunkt problemlos übertauchen kann. Bei frostigen Minustemperaturen kommt der Fächerahorn nicht so gut zurecht und benötigt einen Winterschutz. Ansonsten kann der Baum im Winter erfrieren. Dazu stelle den Bonsai Fächerahorn möglichst an die Hauswand und gib unter die Schale etwas Styropor. Zusätzlich solltest du den Stamm mit Polsterfolie oder Vlies umwickeln. 

Alternativ kannst du den Ahorn auch einfach ins Innere des Hauses stellen, entweder in die Lobby, in dein Wohnzimmer oder in einen Keller mit Fenster. Das hängt sehr von seiner Größe ab. Der Bonsai benötigt auf jeden Fall etwas Licht. Fensterlose Keller eignen sich daher gar nicht.

Übliche Krankheiten

Der japanische Fächerahorn gilt als eine sehr robuste Baumart. Dennoch können in Deutschland Krankheiten auftreten. Wir erklären dir hier, wie du sie schnell erkennen und was du dagegen tun kannst.

  • Blattläuse: Sie bevölkern die Blätter und hinterlassen Schleimspuren. Insektizidsprays wirken schnell. Wenn es noch nicht viele Blattläuse sind, kannst du sie auch abstreifen.
  • Raupen und Käfer: Einfach einsammeln.
  • Pilze: Meistens handelt es sich um die Verticillium-Welke. Spitzen und kleine Äste vertrocknen. Braune und schwarze Flecken bilden sich am Holz.

Leider gibt es bisher noch keine Mittel, um die Verticillium-Welke zu behandeln. Daher solltest du den japanischen Fächerahorn entsorgen, sofern du noch weitere Pflanzen hast, da sich sonst die Pilzkrankheit schnell ausbreiten kann. Reinige deine Werkzeuge gründlich nach dem Einsatz, um eine weitere Übertragung auf andere Pflanzen zu verhindern.

Gewusst?
Es gibt unzählige Sorten des Bonsai Fächerahorns. Acer palmatum Kiyohime etwa eignet sich besonders für eine Besenform. Acer palmatum Deshojo hat karminrote Austriebe und vergrünt im Sommer. Acer palmatum atropurpureum weist auch im Sommer dunkelrote Blätter auf.

Wie sich der Ahorn-Bonsai zur vollen Pracht entwickelt

Der japanische Ahorn-Bonsai ist ein ganz spezieller Baum, der mit seiner Herbstfärbung jeden Garten und Balkon verzaubert. Mit einem halbschattigen Standort für den Sommer und einer frostfreien Überwinterung hast du alle Voraussetzungen geschaffen, um dich an ihm lange zu erfreuen. Möchtest du mehr über den Blattschnitt, Drahten oder Pinzieren von Bonsais erfahren, findest du dazu alle Informationen in unserer Pflanzenschule.

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