Apfelbonsai - Pflegeanleitung

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Apfelbonsai - Pflegeanleitung

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Januar 20, 2022

Inhaltsverzeichnis

Jeder Bonsai ist einzigartig und wunderschön, sie können aus vielen verschiedenen Pflanzenarten hergestellt werden, eine beliebte Art für Anfänger sind Apfelbäume (Malus). Der Apfelbonsaibaum zeigt starkes Wachstum, eine wunderschöne Blüte und farbige Früchte. In diesem Artikel erfährst du, wie du deinen Apfelbonsaibaum pflegst, sodass er dich dein Leben lang begleiten kann.

Übersicht:

Düngen: Ausgiebig und regelmäßig von März bis September

Gießen: Der Apfelbonsai fühlt sich bei leichter Feuchtigkeit am wohlsten

Umtopfen: Anfang März sollte der Bonsai umgetopft werden.

Überwintern: Kann mit entsprechendem Schutz Frost problemlos überstehen.

Wie dünge ich meinen Apfelbonsai?

Damit dein Bonsai gut gedeiht, ist es wichtig, den Apfelbaum mit einem ausgewogenen Bonsaidünger zu düngen. Die handelsüblichen Flüssigdünger sind dafür gut geeignet und sollten in den Sommermonaten doppelt so viel verwendet werden, wie auf der Flasche angegeben. Wenn du einen organischen Dünger bevorzugst, können auch Pelletdünger wie Biogold oder Hanakokoro aus Japan sehr gut funktionieren, wenn sie alle vier bis sechs Wochen angewendet werden.

Falls sich dein Bonsai noch in der Anzuchtphase befindet, empfehlen wir einen stickstoffreichen Dünger zu verwenden. So stellen wir sicher, dass der Stamm eine gute Dicke erhält und sich prächtig entwickelt.

Wann soll ich meinen Apfelbonsai gießen?

Apfelbonsais brauchen im Sommer sehr viel Wasser, vor allem, wenn sie Früchte tragen. Deshalb empfehlen wir dir deinen Bonsai regelmäßig und ausgiebig gießen! Apfelbäume überstehen zufälliges Austrocknen gut, mögen es aber überhaupt nicht. Vermeide es bei einem blühenden Apfelbonsai über die Blüte zu gießen, da die Blüten so schnell verwelken und die Bestäubing beeinträchtigt wird. Sorge dafür, dass die Erde des Bonsais immer stetig feucht ist.

Was ist der beste Standort für meinen Apfelbonsai?

Der Apfelbaum braucht viel Sonnenlicht für die Blüte und Fruchtbildung. Er kann im gesamten Jahr, außer in den heißen Sommermonaten in der Sonne stehen. Während der heißesten Zeit des Jahres benötigt er einen Sonnenschutz, oder muss in den Halbschatten gestellt werden, um ihn vor Verbrennungen zu schützen. Im Winter kann der Apfelbaum auch ins Freie gestellt werden, unter der Bedingung, dass er in einem Folienzelt steht.

So kannst du deinen Apfelbonsai überwintern!

Der Apfelbaum ist ein extrem widerstandsfähiger Bonsai, der auch im ungeheizten Zelt, selbst bei Minusgraden von Minus 20 Grad ohne Probleme gut zurechtkommt. Alternativ kannst du ihn im Herbst nach draußen pflanzen und einen schattigen, windgeschützten Platz wählen, wo er jahrelang gedeihen wird.

Anleitung zum Umtopfen von Apfelbonsai

Ein Apfelbaum-Bonsai hat eine Vielzahl von Bedürfnissen, um gesund zu bleiben. Eines davon ist das Umtopfen, was kurz vor dem Austrieb Anfang März geschehen sollte. Bei jungen Prebonsai empfehlen wir ein jährliches Umtopfen. Älteren Bäume müssen nach drei Jahren umgetopft und je nach Notwendigkeit ein Drittel bis zur Hälfte der Wurzeln entfernt werden. 

Das gesündeste für das Wurzelsystem des Bonsais ist Akadamaerde. Idealerweise hat die Akadamaerde eine mittlere Körnung. Sie sollte eine mittlere Körnung haben und versorgt so das Wurzelsystem mit Luft und Wasser.

Welche Krankheiten kann mein Apfelbonsai bekommen?

Der Apfelbonsai ist zwei Gefahren ausgesetzt: Mehltau und Blattläuse. Mehltau lässt sich gut mit Netzschwefel oder einem Kupferspritzmittel bekämpfen. 

Wenn stickstoffreich gedüngt wird, haben Blattläuse perfekte Voraussetzungen, um sich niederzulassen. Falls du Blattläuse an deinem Bonsaibaum entdeckst, kannst du sie mit handelsüblichen Spritzmitteln bekämpfen, oft reicht einmal spritzen im Jahr.

Wie kann ich meinen Apfelbonsai vermehren?

Die Vermehrung über Baumsamen ist einfach, Apfelbäume sind genetisch jedoch sehr variabel. Ein großer Prozentsatz der Sämlinge geht in der Regel in Pflanztöpfen auf, nachdem sie bei vier bis sechs Grad für zwei bis drei Monate im Kühlschrank in feuchtem Sand stratifiziert wurden. Du solltest unbedingt darauf achten, dass die Samen nicht austrocknen, da sie so nicht mehr keimfähig sind. 

Durch die genetische Variabilität kann aus einem Samen eines buschigen Baumes mit vielen Früchten, ein kahler Baum mit wenigen Früchten wachsen. Wir empfehlen dir auf einen spezialisierten Jungpflanzenbetrieb zurückzugreifen, da dort die Pflanzen vegetativ vermehrt werden und somit die genetischen Eigenschaften der Mutterpflanze übernommen werden.

Tipp: Wenn du deinen Apfelbonsai mit Stecklingen vermehren möchtest, hast du einen großen Vorteil, da die Stecklinge die genetischen Eigenschaften der Mutterpflanze übernehmen.

Apfelbonsai drahten, ohne die Rinde zu verletzen 

Die Äste eines Apfelbonsais sind relativ weich. Wenn du also deinen Bonsai drahtest, musst du nicht befürchten, dass der Ast leicht abbricht. Wenn du einen Draht von deinem Bonsai entfernst, habe im Hinterkopf, dass der Trieb sich in die ursprüngliche Form zurückbiegt. Wir empfehlen den Draht so lange wie möglich am Ast zu lassen. 

Aus diesem Grund ist es ratsam, einen Apfelbaum im Frühsommer (Ende Mai - Ende Juni) zu verdrahten. Das hat den Vorteil, dass sich das Wachstum in diesen Monaten verlangsamt und die Drähte erst später entfernt werden müssen. So kannst du die Drähte für einen längeren Zeitraum am Baum lassen, bevor du sie zum Herbst oder Winter hin wieder abnimmst. Nachteil: Im Sommer können die Blätter deine Analyse der Aststruktur und des Drahtes stören. Da aber gesunde Apfelbonsai sehr triebfreudig sind, kannst du sie auch entlauben, indem du die Blätter zurückschneidest. Der Baum treibt im Sommer schnell wieder aus und bekommt meist kleinere Blätter und eine feinere Verzweigung.

Wenn du einen Apfelbonsai verdrahtest, ist Aluminiumdraht die beste Wahl. Das schlanke und flexible Material macht es einfacher, die Äste deines Baumes zu formen, ohne sie einzuklemmen oder ihre Durchblutung abzuschneiden – was zu braunen Flecken auf der Rinde führen kann, die das Formen später erschweren. 

Tipp: Bevor du mit dem Drahten deines Apfelbonsai beginnst, empfehlen wir dir den Bonsai vorher wenig zu gießen, da sich so die Äste leichter biegen lassen. 

Wie schneide ich meinen Apfelbonsai?

Der Bonsai-Apfelbaum kann schnell wachsen, besonders in der Wachstumsphase. Ein Formschnitt der neu gewachsenen Triebe ist sowohl in der Sommer- als auch in der Ruhephase möglich. Bei stärker entwickelten Bonsai kann es jedoch notwendig sein, Wundverschlussmittel auf größere Schnittwunden aufzutragen.

Bei Apfelbäumen wachsen die Blüten an Kurztrieben, dessen Blütenknospen sich im Juni und Juli bilden. Das bedeutet, dass du nicht zu viele Äste zu spät in der Saison abschneiden solltest, wenn du im nächsten Jahr reichlich Blüten haben willst. Es ist am besten, ein oder mehrere Opferzweige während dieser Zeit blühen zu lassen und sie im Herbst abzuschneiden. Das Belassen von größtenteils ungeschnittenen Blättern begünstigt eine reiche Ernte im nächsten Frühjahr!

Für das Beschneiden von Apfelbonsai benötigst du eine scharfe Konkavzange. Der Schnitt mit einer Gartenschere ist nicht so optimal, da die Triebe in der Regel sehr dick und stark sind. Das macht es schwierig, sie sauber durchzuschneiden, ohne Einkerbungen an den Seiten zu hinterlassen, die zu Krankheiten führen können.

Die perfekte Bonsaischale für deinen Apfelbonsai

Am besten eignen sich glasierte Bonsaischalen für Apfelbonsai mit ihren prächtigen Blüten und Früchten, die am Baum hängen. Dazu sollten sie möglichst draußen in einer frostsicheren Schale stehen, da viele Bonsaischalen den frostigen Temperaturen nicht standhalten. Wir haben festgestellt, dass Schalen für Zimmerbonsai oft frostfest sind.

Apfel-Bonsaibäume passen recht gut in eine ovale oder rechteckige Bonsaischalen. Die meisten hohen, runden Schalen eignen sich für den Halbkaskaden- und Kaskaden-Stil, während flache, runde Schalen am besten für Apfelbonsai im Literatenstil (Bunjingi) geeignet sind. Untersetzer werden nicht benötigt, da diese Pflanze außerhalb des Hauses gehalten werden sollte.

Apfelbonsai haben spezifische Bedürfnisse, die sich von denen anderer Pflanzenarten unterscheiden, weshalb viele Menschen sie gerne haben! Bonsai-Enthusiasten benötigen spezielle Schalen für ihre wachsenden Pflanzen. Die Kunststofffarbe passt nicht nur gut zu einem dunkelbraunen Stamm, aber sie ist frostsicher und UV-stabil – perfekt für jedes Klima! 

Wann blüht mein Apfelbonsai und wann trägt er Früchte?

Die meisten Apfelsorten haben weiße bis hellrosa Blüten, bei einigen Zieräpfeln sind die Blüten sogar rot! Unsere Bonsai-Bäume blühen im April oft so üppig, dass es schwer sein kann, sich nicht zwischen ihren Blütenblättern zu verlieren, sie tragen auch einen angenehmen Duft in sich.

Normalerweise produzieren Apfelbonsai reichlich Früchte. Die meisten sind Zieräpfel mit sehr kleinen Früchten von einem max. zwei Zentimeter Größe, sie sind perfekt für kleinere Bonsaibäume. Nachdem die Blätter im Herbst abgefallen sind, hängen die Äpfel oft bis zum Frühjahr an den Ästen. Das kostet deinem Baum jedoch eine Menge Kraft, also lass nicht zu viele auf einmal dran, es sollten nicht mehr als 30 Früchte an deinem Bonsai hängen. Der Fruchtbildungsprozess beginnt erst, wenn die Sämlinge zehn bis zwölf Jahre alt sind.

Die wichtigsten Informationen zu Rinde und Wurzeln deines Apfelbonsai

Die Rinde ist überwiegend sehr glatt, daher muss man aufpassen, dass man sie nicht zu sehr beschädigt. Meistens Verletzungen sind nach ein bis zwei Jahren nicht mehr zu sehen.

Die Wurzeln eines Bonsai-Apfelbaums sind fleischig und dick. Durch das starke Wurzelwachstum kann das Wurzelsystem beim Umpflanzen stark beschnitten werden. Wenn das Wurzelsystem nicht stark beschnitten wird, ist die Bonsaischale zu schnell wieder durchwurzelt, was deinem Bonsai nachhaltig schaden wird.
Apfelbäume können zur Verbesserung des Wurzelsatzes (Nebari) abgemoost werden. Die neuen Wurzeln bilden sich schnell, oft schon nach 2 Monaten. Leider bilden sich knollige Verdickungen an den neuen Wurzeln. Diese lassen sich jedoch relativ einfach abknicken oder abschneiden, wenn du eine luftige Erde hast. Bei hohen Außentemperaturen während des Abmoosens bilden sich wenige Verdickungen am Wurzelsystem. Hier ist eine detaillierte Beschreibung zum Abmoosen von Bonsai.

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